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[Rezension] Wayne Hussey – Bare

Cover: Wayne Hussey - Bare

Vielleicht ist älteren Semestern der Name Wayne Hussey noch ein Begriff. An die, die ihn nicht kennen: Er ist einer der Godfathers of Goth und die Bildungslücke, die du Knicklichtmonster aufzuholen hast – Neben The Cure, The Sisters of Mercy, Bauhaus und Joy Division. Ebenjener Wayne Hussey hat jüngst The Mission, die Band, mit der er viele andere Künstler – fragt mal Vendemmian – geprägt hat, bombastisch zu Grabe getragen und damit eine der letzten lebenden Legenden, die sich nicht, wie die Sisters of Mercy, selbst demontiert hat. Dieser Legende setzt er nun Solo ein Epitaph, das sich Bare nennt.

Das ist einer dieser typischen Titel für Akustikalben, die reduziert, eben nackt sein sollen und Songs in einem allernötigsten Gewand, nur in ihrem Notwendigsten  zeigen sollen, in diesem Falle mit Klavier, Gitarre und Gesang sowie diversen Konservenstreichern. Und wenn man es so sehen mag, hat Wayne Hussey das klassischste aller Alternder-Rockstar-Alben aufgenommen: Es gibt keine Neukompositionen (Ausgenommen dem Samplerbeitrag One Thing Leads To Another), dafür aber Coverversionen von David Bowie, den Beach Boys, The Cure und U2, also Künstlern, die Mr. Hussey wahrscheinlich in ihrer Jugendzeit beeinflusst haben.

Ich hätte also allen Grund und alle Möglichkeit, Wayne Hussey eine Negativkritik reinzudrücken, die sich gewaschen hat. Aber das würde ihm nicht gerecht werden – Denn im Gegensatz zu vielen Alternder Rockstar-Alben hat Wayne nicht einfach die Akkorde zu diversen Songs runtergeklampf und lustlos eingesungen. Und auch nicht unbedingt alle Hits waynejohahlberg07von The Mission sind vertreten – Vielmehr widmete sich Hussey den unbekannteren Songs, die sonst zu kurz kommen in seiner umfangreichen Diskographie.

Sicher, Songs wie Garden of Delight oder Shelter From The Storm sind unverzichtbar, gar keine Frage. Dafür gibts kein Love Me To Death, Butterfly on a Wheel oder Serpent’s Kiss, die üblichsten Kandidaten, wenn man an The Mish denkt. Aber wann habt ihr das letzte Mal Keep It In The Family oder Stars Don’t Shine Without You gehört? Und damit habt ihr den Grund, das Album gut zu finden. Denn Bare ist zwar vieles, die Lästereien reichen von “müder Rockstar” bis “Neil-Diamond-Album”, aber sicherlich nicht Nummer Sicher.

Es ist sicher auch müßig, zu erwähnen, dass das Album vor allem im Kreise der Missionaries seine Freunde finden wird, da vor allem jene den Songs am aufgeschlossensten gegenübertreten werden. Für alle anderen ist Bare einfach nur ein gutes Singer/Songwriter-Album eines alterndern Rockstars. Aber was für ein alternder Rockstar das ist, denn im Vergleich zu Kollegen wie Axl Rose ist Wayne Hussey alles andere als kreativ tot und weiß auch beim Selbstaufkochen zu überzeugen, weil er genug Mut hat, auch mal einen Song komplett anders aufzunehmen, als er bekannt ist. Ich ziehe den Hut vor einem Album, das einfach nur schön ist. Vor allem, wenn man beinharter Missionary ist.

Tracklist:

  • A Night Like This (The Cure Cover)
  • Keep It In The Family (The Mission Cover)
  • Black Mountain Mist (The Mission Cover)
  • With Or Without You (U2 Cover)
  • Shelter From The Storm (The Mission Cover)
  • Garden of Delight (The Mission Cover)
  • God Only Knows (Beach Boys Cover)
  • Absolution (The Mission Cover)
  • Stars Don’t Shine Without You (The Mission Cover)
  • My Funny Valentine (Chet Baker Cover)
  • Bird of Passage (The Mission Cover)
  • Grotesque (The Mission Cover)
  • One Thing Leads To Another
  • Another Lonely Day (Live Ben Harper Cover)
  • Kingdom Come (Live The Mission Cover)
  • Ashes To Ashes (Live David Bowie Cover)
  • All Tangled Up In You (Live The Mission Cover)

Anspieltipps

Alle. Sag ich mal. Ein Album wie aus einem Guss.

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