[Rezension] Tibetréa: Mimirmeidr

verfasst am 10. Mai 2010
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| Rubrik: Rezensionen

Am 16.04.2010 veröffentlichten Tibetréa ihr erstes Album namens „Mimirmeidr“.

Meidr ist der heilige Baum der altnordischen Mythologie, er „breitet seine Zweige über alle Welt. Weder Schwert, noch Sturm, noch Feuer können ihn fällen. An seinen Wurzeln befindet sich die Quelle der Weisheit und Mimir ist ihr Wächter.“ So viel zum Titel – und gleichzeitig ein guter Vergleich für die Musik, denn Tibetréa vereinen auf dieser CD Melodien und Texte aus verschiedenen Welten, die sie in mittelalterlich anmutender Spielweise präsentieren. „Fantasy Folk“ nennen sie selbst diesen Mix, der die Zuhörer in die alten Zeiten der Sagen und Legenden entführt. Mit Instrumenten wie Flöte, Harfe, Cister, Drehleiher, Darabuka und Trompete sowie dem berührenden Gesang von Elisabeth von den Schafen werden die Überlieferungen verschiedener Völker zum Leben erweckt, meist sogar in den traditionellen Sprachen, wie z. B. bei dem sephardischen Liebeslied „Avrix mi galanica“ oder der schwedischen Werwolf-Geschichte „Vargtimmen“.
Die Lieder handeln denn auch überwiegend von Liebe, der Verbundenheit mit der Natur und ihren Göttern („Maiennacht“) oder mythologischen Gestalten („König Brian Boru“) und sind teilweise selbst geschrieben/komponiert. Manchmal werden traditionelle Melodien auch mit neuen Texten versehen. Die Mischung, die dabei entsteht, wirkt mal romantisch-verträumt, mal energisch und mitreißend wie der „Circle Fire Dance“ – ein Lied indianischen Ursprungs, um die Kraft des Feuers anzurufen. Wo käme diese Musik demnach besser zur Geltung als auf wunderschönen Festen im Freien? Dass die Band ihr Publikum bei solchen Auftritten zu verzaubern weiß, hat sie in der Vergangenheit immerhin schon oft und eindrücklich bewiesen. Artwork und Sound des Albums versprühen noch den Charme des liebevoll Selbstgemachten, ähnlich ihrer 2008 erschienen EP „Skalli“, was aber durchaus der gewissen „Natürlichkeit“ dieser Musik und ihrer Macher entspricht.
Fazit: Nichts, was man so oder so ähnlich noch nie gehört hätte, aber die Musik geht ins Bein und bietet Texte, die Neugier auf andere Kulturen wecken und mit denen man sich beschäftigen kann. Fürs erste Album doch sehr gelungen.

Tibetréa im Netz:

www.myspace.com/tibetrea
www.tibetrea.de

Tracklist:

  1. Cantus Gentis
  2. Merseburger Zauberspruch 1
  3. Die Kinder des Lir
  4. Twee Königeskinner
  5. König Brian Boru
  6. Ala longa
  7. Avrix mi Galanica
  8. Call to battle
  9. Apollon
  10. Vargtimmen
  11. Maiennacht
  12. Circle Fire Dance

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