Of Faith, Power And Glory – VNV Nation

verfasst am 24. Juni 2009
von
| Rubrik: Rezensionen

VNV Nation Of Faith Power And Glory
1 Pro Victoria
2 Sentinel
3 Tomorrow Never Comes
4 The Great Divide
5 Ghost
6 Art of Conflict
7 Defiant
8 Verum Aeternus
9 From My Hands
10 Where There Is Light

Nachdem erst im April 2009 ein Album mit den besten Live-Performances herausgekommen ist, legen Ronan Harris und Mark Jackson, eher bekannt unter „VNV Nation“, jetzt noch einen drauf und veröffentlichten ihr mittlerweile siebtes Studioalbum „Of Faith, Power And Glory“. Fans dürften es bereits schon sehnsüchtig erwartet haben, aber auch für die breitere Masse ist es definitiv geeignet, so ist für fast jeden Geschmack etwas dabei. Im Vorhinein wurde der Titel Tomorrow Never Comes auf verschiedenen Festivals angespielt, und das ganze Album einem kleinen Publikum auf der Release Party während des Wave Gotik Treffens 2009 präsentiert.
Leider enttäuscht die Aufmachung den eingefleischten Fan zu allererst, denn die CD steckt nicht in einer soliden Plastikhülle, wie man es normalerweise gewöhnt ist, sondern in einer Papphülle. Mir selber ist die CD beim ersten Öffnen fast heraus gefallen; außerdem hätte man noch, wenn man schon an Kosten spart, die Texte ins Booklet drucken können. Aber schließlich geht es nicht um das Aussehen, sondern nur um die Musik.
Pro Victoria ist das typische Intro, welches man auch auf mehreren früheren Alben von VNV Nation findet. Und trotzdem ist es das kräftigste Intro von allen anderen, es hat einen frischeren Wind im Gegensatz z.B. zu „Matter and Form“ und scheint auch mit seinem Instrumental zu dem Soldaten auf dem Cover zu passen. Dennoch ist es eher ein Lückenfüller als ein eigenständiges Lied.
Sentinal führt das Intro weiter, mit etwas langweiligem Anfang, doch sobals Ronan anfängt, mit seiner unverkennbaren Stimme zu singen, fängt das eigentliche Highlight an. Das Lied, welches eher für zwischendurch ist, ist geprägt von den typischen, gewohnten Keyboardtönen.
Und nun wird bewiesen, dass die Entscheidung, Tomorrow Never Comes schon im Vorfeld präsentiert wurde, die richtige war. Das Lied ist das erste Highlight von „Of Faith, Power And Glory“ und VNV Nation ‚at it’s best’. Es kristallisiert sich klar als Hymne à la Nemesis, Perpetual oder Testament heraus; mit letzterem wird man es oft in Verbindung bringen, da dieses die Textzeile „and then we hope that tomorow never comes“ beinhaltet. Und trotzdem ist es kein Abklatsch dieses Liedes, sondern ein Anwärter auf einen neuen Ohrwurm der Band. Musikalisch ist es harte Technobeats und kristallklaren Melodien gepaart mit Ronans rauer Stimme.
Mit The Great Divide gelingt VNV Nation ein musikalischer Ausflug in ein rockiges Terrain, es erinnert etwas mehr an das Album „Judgement“ da es definitiv positivere Töne anschlägt als der Rest des Albums. Und auch der Nachfolger Ghost erinnert eher an die Anfänge von VNV Nation, wofür Ronan und Mark bekannt geworden sind. Es ist ruhig und lyrisch so perfekt wie die meisten der Lieder, dennoch wirkt es etwas deplatziert auf „Of Faith, Power And Glory“.
Das Intro von Art Of Conflict lässt einen powervollen Song erwarten und man wird nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu The Great Divide ist Art Of Conflict ein typischer EBM/Futurepop Song, elektronisch angehaucht; nur der eingespielte, nicht gesungene Text ist das Manko des Liedes. Und das nächste Lied In Defiance erinnert wieder einmal an The Great Divine, wobei es diesesmal wieder ein etwas rockigerer Sound ist. Mit einem leichten Ohrwurmcharakter ist das Lied ein weiteres Plus des Albums, gehört aber meiner Meinung nach nicht zu den besten Lieder VNV Nations, da Ronans Stimme etwas schwach erscheint.
Einen deutlichen Kontrast zum Rest des Albums bilden die letzten drei Lieder; angeführt von Verum Æternus. Bei dem langsamen Intro würde man normalerweise bei einer CD schnell weiterschalten, sollte man hier jedoch nicht, da sich danach die große Überraschung offenbart. Dieser überaus powervolle Song erinnert mich persönlich etwas an Coldplay, wobei dieser mir, im Gegensatz zu eben genannter Band, direkt beim ersten Hören Gänsehaut beschert hat. Lyrisch ist er so kräftig wie Beloved von „FuturePerfect“ und er hat definitiv das Zeug zu einem neuen Knaller oder live als Animierung des Publikums.
Das vorletzte Lied, From My Hand, ist ein langsames Pianostück. Man denkt sofort an Illusion und den Charakter hat es auch. Auch dieses Lied bescherte mir beim ersten Hören Gänsehaut und die Lyriks sind von der Art, wie man es von VNV Nation gewohnt ist; man kann sie auf jeden Fall mit sich in Verbindung bringen („When I say / In the future / The past is just the past / No going back / No change of heart / But this is now „). Das letzte Lied des Albums, Where There Is Light ist eindeutig mit Tomorrow Never Comes der Favorit von „Of Faith, Power And Glory“. Das letzte Mal wird es etwas rockiger und durch den Refrain des Liedes bekommt man leicht einen Ohrwurm, der VNV-Typisch einen wieder aufmuntert, weil er durch und durch positiv ist.

Zusammengefasst haben sich VNV Nation mit ihrem neuen Album einen großen Schritt Richtung Allgemeinheit getraut. Nicht nur für Fans des EBM oder des Futurepops, sondern auch alternativere Leute sollten sich das Album antun. Ich würde es mit „FuturePerfect“ jedem empfehlen, um in die Band mal reinzuhören.

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