Geschichte der O. – Pauline Réage
Wer sich auf die Suche nach Literatur zum Thema BDSM begibt, der wird recht bald über die Geschichte der O. stolpern. Vor mehr als fünfzig Jahren, 1954, veröffentlichte ihn die Französin Dominique Aury – anbetrachts der damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse unter dem Pseudonym Pauline Réage.
Handlung
Die submissive O, eine erfolgreiche Pariser Modefotografin, lässt sich widerstandslos von ihrem Geliebten René auf das abgeschiedene Schloss Roissy bringen. Roissy ist ein Privatanwesen, in dessen Inneren sich viele submissive Frauen dem Willen der Männer unterwerfen. Dort lässt sich O aus Liebe zu René zu einer perfekten Sub ausbilden. Im Rahmen ihrer Ausbildung wird sie gefesselt, ausgepeitscht, maskiert und gelehrt, jederzeit und für jeden sexuell verfügbar zu sein. O lernt, eine gehorsame „Sklavin“ zu sein, dennoch bleibt sie stets selbstbewusst und ist sich ihrer Macht über die Männer in ihrer Umgebung im Klaren. Nichts geschieht, ohne dass sie zuvor nach ihrem Einverständnis gefragt wird.
Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung stimmt sie der Bitte Renés zu, als weiterem Liebesbeweis vorübergehend bei seinem väterlichen Freund Sir Stephen zu wohnen und sich dessen Wünschen bedingungslos zu fügen. Sir Stephen erweist sich als noch dominanter als René, daher verliebt sich O in ihn…
über das Buch
Was die Geschichte der O. unter anderem ausmacht, ist die stilistische Qualität: alles andere als ein billiger Porno, sondern sprachlich auf einem hohen Niveau. So kommt die gesamte Erzählung trotz dessen, was sie beschreibt, vollkommen ohne obszöne Begriffe aus.
Nach dem Erscheinen im Jahre 1954 landete das Buch in Frankreich für mehrere Jahre auf dem Index der verbotenen Bücher, obwohl es bereits Anfang 1955 mit dem französischen Literaturpreis Prix des Deux Magots ausgezeichnet wurde. Auch in Deutschland und anderen Staaten wurde die Erzählung immer wieder verboten, ist hierzulande aber seit 2000 frei erhältlich und findet großen Absatz, wenngleich man oft nur die gekürzte Fassung erhält.
1975 verfilmte Just Jaeckin die Geschichte der O. erstmals, danach folgten diverse andere filmische Umsetzungen.

10. Dezember 2008 um 15:18
Hey :o)
Kennst du beide Fassungen? Weißt du ob die gekürzte
Version gekennzeichnet ist so das man sicher sein
kann welche Variante man in Händen hält? Gekürzte
Fassungen sind selten eine Freude, ist das Buch arg
“verstümmelt” dadurch?
Fragen über Fragen…
Ragnar
10. Dezember 2008 um 20:34
Hej (:
Soweit ich weiß, ist nur die von der “Bild” im Rahmen der Reihe “Erotik-Bibliothek” herausgegebene Fassung gekürzt. Was da rausgenommen wurde, fragst du mich zuviel – ich habe nur die komplette Fassung gelesen.