
Düster geht es zu auf “Parasite”, dem zweiten Silberling von Gates Of Dawn.
Die Abgründe des menschlichen Geistes werden hier ausgelotet, textlich inszeniert durch Themen wie Drogensucht, Verzweiflung und Tod. Parasiten – eine Allegorie auf den heutigen Menschen mit seiner Ausbeutung seiner eigenen Art und allen Lebens auf der Erde.
Bereits das Cover lädt den geneigten Hörer ein, in eine melancholische Welt irgendwo zwischen nihilistischem Selbsthass und religiöser Erlösungsphantasie einzutauchen: in Schwarz- und Grüntönen gehalten, zeigt es einen über einem Ziffernblatt gekreuzigten Menschen – eine Anspielung auf den Song Chronos Requiem.
Die stimmige Gestaltung des Booklets, das einen Großteil der Lyrics enthält, rundet den visuellen Eindruck positiv ab.
Mit 12 Tracks und einer Gesamtlänge von knapp 58 Minuten kommt Parasite daher und bietet ein gelungenes Hörerlebnis aus dunklem Rock, gewürzt mit einer feinen Prise Elektronik.
Keine Frage: mit dieser Scheibe ist Gates Of Dawn ein ausgewogenes Album gelungen, das man immer wieder gerne hört. Aber schauen wir uns ein paar Songs doch genauer an:
Der erste Song, der bei der Namensfindung der Platte Pate stand, stimmt auf die kommende Stunde melodiös-düster ein.
Resistant X bedient sich des Nicknames des Amokläufers vom Emsdetten. Dort hatte Bastian B. am 20.11.2006 in seiner Schule 5 Menschen verletzt und sich selbst anschließend erschossen. “When you’ve got nothing, you’ve still got your hate”, wird hier gesungen.
Starken Ohrwurmcharakter hat mein persönlicher Favorit der Platte, Heroine. Das Wortspiel aus dem Namen der Droge und dem englischen Ausdruck für “Heldin” hatte man bereits vor einigen Jahren beim Vorgängerprojekt Anubis aufgegriffen und ein Album entsprechend betitelt.
Das ruhige Shadowplay ist durch die eindringlichen Gesangslinien zum Schmelzen schön.
Abwechslungsreich und stimmig produziert, niemals mit unnötigem Schickschnack überfrachtet – kurz: ein wunderschönes Album!
Tracklist
- Parasite
- Resistant X
- Chronos Requiem
- Heroine
- Revolution
- Beautiful Departing
- Shadowplay
- Flames
- Fall
- Terror and Seduction
- Dreamers of Decadence
- When Heaven Falls
Anspieltipp
Mein Anspieltipp ist ganz klar Track No. 4, Heroine.


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