Amélie Nothomb

verfasst am 11. Dezember 2008
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| Rubrik: Rezensionen

Wer brilliant erzählte, ungewöhnliche und oft etwas makabare, absurde Geschichten mag, dem sei die belgische Schriftstellerin Amélie Nothomb empfohlen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer neuen Reality-Show im Fernsehen? Ein Konzentrationslager wird inszeniert – und die Zuschauer stimmen per Fernbedienung ab, wer leben darf und wer nicht.

In Kosmetik des Bösen wird ein Geschäftsmann am Flughafen auf einmal von einem aufdringlichen Wildfremden angesprochen – “Ich heiße Texel. Textor Texel. Ich bin Holländer!” – und muss sich daraufhin nolens volens dessen Lebensgeschichte anhören. Wie langweilig, denkt sich der Geschäftsmann und hofft, dass sich die Verspätung des Flugzeugs nicht noch länger hinziehen wird. Spätestens jedoch, als Textor Texel fröhlich bekennt, als Achtjähriger einen beliebten Klassenkameraden durch heftiges Beten ins Jenseits befördert zu haben, ist’s vorbei mit aller Langeweile…

Biografisches

Amélie Nothomb wurde am 13. August 1967 in der japanischen Großstadt Kōbe geboren. Dort verbrachte die Tochter eines belgischen Diplomaten ihre ersten fünf Lebensjahre. Diese Kindheit in Japan prägte sie maßgeblich und diente später schließlich als Grundlage ihres Romans Metaphysik der Röhren, in dem sie ihre Erinnerungen bis zum dritten Lebensjahr aus einer ziemlich ungewöhnlichen, oft fiktiv-schrägen Perspektive schildert: “Am Anfang war das Nichts. Ein Lebewesen, das sich nicht rührte, nicht schrie. Bis die Großmutter weiße Schokolade aus Belgien brachte. Da wurde das Wesen zum Menschen. Zum Kleinkind im japanischen Garten Eden. Doch mit drei Jahren wird es aus dem Paradies vertrieben – von drei Karpfen.”, verrät der Klappentext und lässt schon erahnen, dass Amélie Nothombs Bücher alles andere als gewöhnlich oder langweilig sind.

Durch den Beruf ihres Vaters verbrachte Amélie Nothomb anschließend mehrere Jahre in China, New York, Burma und Laos, ehe sie im Alter von 17 Jahren schließlich das erste Mal nach Europa kam. Dort studierte sie in Brüssel Romanistik. Die europäische Kultur stellte einen ziemlichen Schock für sie dar, und so kehrte sie gleich im Anschluss an ihr Studium wieder nach Japan, in ihre geliebte Heimat, zurück. In Tokio arbeitete sie fortan in einem Großunternehmen als Dolmetscherin (auch diese Erfahrung sollte sich später in einem Roman wiederfinden: Mit Staunen und Zittern, ein Einblick in die japanische Hierarchie und die Stellung der Frau).

Doch wirklich glücklich war Amélie Nothomb in Japan nun auch nicht und so entschied sie sich 1992, ihren Verlobten zu verlassen und stattdessen doch wieder nach Belgien umzusiedeln. In diesem Jahr veröffentlichte sie ihr erstes Buch: Die Reinheit des Mörders.
Nach dem großen Erfolg dieses Werks widmet sie sich nun hauptberuflich dem Schreiben und hat seitdem eine beeindruckende Anzahl an Romanen verfasst. Zum Großteil sind diese auf Deutsch erhältlich, einige warten jedoch noch auf ihre Übersetzung aus dem Französischen.

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