Von wegen “Stille Nacht”! In gleich drei Städten machten die Christmas Ball-Festivals dieses Jahr Station: in Köln, Hannover sowie in Würzburg. Für BlackLive war ich am 25. Dezember 2009 im Alten Wartesaal in Köln mit dabei.
Bevor die Show um 19 Uhr losging, konnte man sich im gemütlichen Flair des Alten Wartesaals, der direkt an den Kölner Hauptbahnhof angrenzt, noch ein Bierchen trinken, mit dem ein oder anderen Bekannten den obligatorischen Weihnachtssmalltalk austauschen oder am Merchstand stöbern. Hier sollten sich im Laufe des Abends übrigens auch einige der Künstler zu einem Plausch einfinden, so etwa der sympathische Eskil von Covenant.
Als Opener des Abends betraten die Jungs von Destroid um 19 Uhr die Bühne und machten mit ihrer Setlist deutlich klar, dass hier jemand den Elektro im Blut hat. :o) Auf eine bestimmte elektronische Richtung legen sich die Leipziger dabei nicht fest, sondern stellen immer wieder ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Allerdings gaben sich heute nur Daniel Myer (den man auch von Haujobb und Covenant her kennt) und Sebastian “sebi” Ullmann die Ehre, auf den dritten im Bunde – Rinaldo “ribi” Bite – musste man leider verzichten.
Neben bewährten Hits gab es auch von der neuen EP “Silent World”, die bald erscheinen wird, jetzt schon einmal einige Kostproben zu hören. Gespannt sein darf man unter anderem auf Gastvocals von Sven Friedrich (Zeraphine, Solar Fake) bei einem Cover des Sisters of Mercy-Klassikers Lucretia, my Reflection, der hier in Köln von Daniel eingesungen wurde. An sich bin ich ja immer recht skeptisch, was Neuinterpretationen angeht, aber die Destroid’sche Version von Lucretia, my Reflection kann sich wirklich hören lassen.
Als nächstes standen Welle: Erdball auf dem Programm, was diverse Umbauarbeiten auf der Bühne erforderlich machte. In altbekannter und geliebter Tradition wurden unter anderem die Spielkonsolen auf die Bühne befördert und natürlich auch das mittlerweile schon recht zerbeulte Ölfass (Arbeit adelt!).
Los ging es dann mit Wir sind die Maschinen, gefolgt von Wir wollen keine Menschen sein. Wieder einmal versäumte Honey es nicht, auf die Gefahren hinzuweisen, die dem Mensch aus Glas in unserer Gesellschaft drohen. Graf Krolock und das Alpha-Tier durften ebensowenig fehlen wie der Ausflug ins 8 Bit-Märchenland. Bei so vielen Klassikern war die Stimmung natürlich top! Und egal ob Starfighter F-104G, Der Telegraph oder Monoton und Minimal – das Publikum erwies sich als deutlich textsicher. :o)
Zu guter Letzt hatten sich Honey, Frl. Venus und Plastique (A.L.F. konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht dabei sein und wurde daher von Techniker Andy vertreten) denn noch ein Schmankerl einfallen lassen und gaben, ganz weihnachtlich, eine C64-Version von Alle Jahre wieder zum Besten, die Damen natürlich im passenden Kostüm. ;-)
Ehe es denn mit dem Auftritt von Suicide Commando weitergehen konnte, galt es erst einmal, einige technische Schwierigkeiten zu meistern, sodass sich die Umbauphase etwas länger hinzog. Schließlich war aber auch das geschafft, und mit Bind Torture Kill (was bislang übrigens jeden der Auftritte, die ich in den letzten Jahren erlebt habe, eröffnete – never change a running setlist?) ging man gleich in die Vollen.
Da in Kürze – am 22. Januar – das neue Album “Implements Of Hell” auf die Regale der Plattenläden losgelassen werden wird, gab es hiervon schon einige Kostproben zu hören: Die Motherfucker Die etwa haut kräftig rein.
Zu sehen gab’s nebst den Videoprojektionen im Hintergrund einen energiegeladenen Johan van Roy, der während der gesamten Show nie länger als einige Augenblicke stillstand. Auch das Publikum ging bei Hits wie Hate me, Dein Herz meine Gier oder Save me ab ordentlich ab – spätestens am Ende dieses Abends dürfte vom Weihnachtsspeck nicht mehr viel übrig geblieben sein. :o)
Als Headliner krönten Covenant schließlich den Abend und wussten mit ihrer Show zu begeistern.
Dargeboten wurde selbige in gewohnter Perfektion, aber irgendwie schien mir Eskil gelöster zu sein als sonst, improvisierte denn auch zwischendrin mal gerne bei den Songtexten. Daniel stand denn nun zum zweiten Mal an diesem Abend auf der Bühne und performte zusammen mit Eskil und Joakim einen Klassiker nach dem anderen: Stalker eröffnete die Show, bei We stand alone etwas später kam Gänsehautstimmung auf: “thank you for standing alone – together!”, bedankte sich Eskil.
Nach einer guten Stunde neigte sich die Show leider ihrem Ende entgegen – aber natürlich nicht ohne Zugaben. So gab’s noch The Men zu hören sowie Dead Stars, was das Publikum in bester Laune in die anschließende Aftershowparty mit DJ Elvis entließ.
Ich freu mich schon auf den Christmas Ball 2010! :)





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