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Konzertberichte

„Seid bei mir, wenn es laut ist!“ – Subway to Sally in Gießen

Es war ein Traditionstermin für die Folkrock-Formation aus Potsdam, die am 18. Dezember dieses Jahres wieder einmal in Gießen für eine gefüllte Halle sorgte. Wie jedes Jahr um die Weihnachtsfeiertage rockten Eric Fish und seine Truppe die Hessenhallen, eines der größten Veranstaltungszentren in Gießen und Umgebung.

Bereits während des Auftrittes der Vorgruppe Omega Lithium, die eigens aus Kroatien anreiste, war das Publikum in gespannter Erwartung. Mit der vollen Stimme der Frontfrau und ihrem mit Industrialklängen vermischten Düsterrock brachte die Band die Konzertbesucher zum Beben und sorgte so dafür, dass dieser Abend einen vielseitigen Eindruck hinterließ.

Nach langem und bangem Warten ließen sich endlich die ersten Mitglieder von Subway to Sally auf der Bühne blicken und sorgten schon durch ihr bloßes Erscheinen für einen Taumel und für begeisterten Jubel in der Menge. Spätestens seit diesem Moment war jeder Zuschauer nicht mehr nur für sich, sondern konnte sich als Teil der Masse fühlen, die durch den Auftritt der Band als ganzes mitgenommen und bewegt wurde. Die Nähe zwischen Musikern und Publikum wurde bereits beim Konzertauftakt durch den Titel Komm in meinen Schlaf eindrucksvoll hergestellt – Ein Versprechen, das Subway to Sally im Konzertverlauf mehr als einlösten, wobei nicht nur optisch ein Feuer in der Halle entzündet wurde. Schon beim zweiten Stück Aufstieg kam Pyrotechnik zum Einsatz, die den Besuchern richtig einheizte und für Flammen bis zur Hallendecke sorgte. Dieses eindrucksvolle Schauspiel wiederhole sich mehrmals und verlieh dem Auftritt etwas bombastisches.

Ein wenig Silvester-Stimmung kam zudem schon hier, knapp zwei Wochen vor Jahresende, auf, als sich grüner und gelber Funkenregen über die Bühne ergoss. Weitere Beleuchtungselemente wurden eher sparsam eingesetzt; das meiste leisteten sogenannte LED-Wände an der Bühnenrückwand, die passend zum jeweils gespielten Titel Motive in leuchtenden Farben zeigten. Zudem trugen der zweite Gitarrist und Eric Fish höchstselbst etwas zur „Beleuchtung“ bei, indem sie an verschiedenen Stellen des Konzertes Feuer spuckten.

Nach einem mitreißenden Drumsolo leitete stroboskopartig blitzendes Licht zum Titel Die Trommel über, einem der Stücke vom neueren Album Bastard, während die Band wenige Titel zuvor mit einer wunderschönen Akustik-Version von Kleid aus Rosen als einem der älteren Vertreter beeindruckte. Im Konzert fand sich beides ausgewogen – aktuelles „Kreuzfeuer“ wie Besser, du rennst oder Judaskuss sowie etablierte Stücke à la Veitstanz oder Liebeszauber bedienten jeden Geschmack.

Frei nach der von Mr. Fish aufgestellten Devise „das Publikum, ein Bienenschwarm“ ließ sich die Menge auch durch den beinah inflationären Einsatz von Nebelmaschinen nicht im geringsten vom Tanzen und lauten Mitsingen abhalten. Immer wieder trug der „Schrei“ die Energie vom Publikum auf die Bühne und bestätigte den selbstbewussten und soliden Auftritt der Band, die hier vor einer fest etablierten Fangemeinde sozusagen ein „Heimspiel“ gab. Trotz dieses Sachverhalts handelte es sich um einen spannungsreichen und geladenen Abend, dessen Ende sich unter Räuber saufen Blut-Gesängen um einiges länger als geplant hinzog.

Beim zumindest amtlich letzten Titel Sieben konnte man nach kurzem Nachrechnen ins Staunen kommen – Achtzehn Jahre steht diese große Band bereits auf der Bühne und begeistert Vertreter beinah aller Altersschichten. Eine „never ending story“ – Bewegende Konzerte wie dieses wird man sich sicherlich noch lange von Subway to Sally gefallen lassen dürfen.

Titelliste

  1. Komm in meinen Schlaf
  2. Aufstieg
  3. Besser, du rennst
  4. Knochenschiff
  5. Unsterblich
  6. So fern, so nah
  7. Judaskuss
  8. Liebeszauber
  9. Veitstanz
  10. Kleid aus Rosen
  11. Minne
  12. Die Trommel
  13. Einsam
  14. Eisblumen
  15. Falscher Heiland
  16. Die Jagd beginnt
  17. Mephisto
  18. Sag dem Teufel
  19. Tanz auf dem Vulkan
  20. Auf Kiel
  21. Ohne Liebe
  22. Sieben
  23. Julia und die Räuber

Bericht: Maria Kempf

Bilder: Kevin Gölz aka Elatha

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Diskussion

2 Kommentare zu “„Seid bei mir, wenn es laut ist!“ – Subway to Sally in Gießen”

  1. [...] „Seid bei mir, wenn es laut ist!“ – Subway to Sally in Gießen [...]

    meinte Gießen - Blog - 22 Dec 2009 | 22. Januar 2010, 10:40
  2. Ich finde die Band Subway to Sally wirklich sehr gut, obwohl ich den Sänger stimmlich eher in eine schwächere Kategorie einordnen würde. Für mich fehlt bei ihm die Raucherstimmte, die beim Sänger von In Extremo sehr stark ausgeprägt ist, aber hier nervt mich dann das Gedudel auf Dauer. Diese “Mittelaltermusik” ist für mich immer nur für kurze Zeit genießbar, deswegen würde ich mir ein Konzert von der Band wohl eher nicht ansehen.

    meinte Martin R. | 6. Februar 2010, 23:13

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