Ragnarök 2010
Hier, wie schon sicherlich heiß erwartet, der Nachbericht zum Ragnarök-Festival 2010!
Wie es schon alte Tradition unter Pagan- und Black-Metallern aus ganz Deutschland ist, versammelten sich auch dieses Jahr wieder Tausende zu einem Großevent der Superlative im sonst doch so kleinen und beschaulichen Umfeld des Pagans: Dem Ragnarök Festival.
Das allerdings dieses Jahr mit den Hauptunterschieden, dass sowohl die Zeit auf einen Monat später als üblich als auch der Ort von Lichtenfels auf die Ostbayernhalle in Rieden/Kreuth verlegt wurden.
Außerdem wurde das Festival um einen Tag nach vorne heraus verlängert, so dass auch schon am Donnerstag eine ganze Reihe Bands die Möglichkeit bekamen, die bereits zahlreich angereisten Fans zu rocken!
Eine der ganz großen Neuerungen war das neue, sehr großzügig angelegte Campinggelände, das direkt neben der Ostbayernhalle zur Verfügung gestellt wurde, mit guter Infrastruktur und recht kurzen Laufwegen zum Festivalgelände. Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings der fehlende Eingang am anderen Ende des Campinggeländes der viele Besucher dazu zwang, doch nicht unerhebliche Wege zum Parkplatz und dem eigenen Auto in Kauf zu nehmen.
Zum Thema Parkplatz muss man allerdings sagen, dass er für alle Festivalbesucher mehr als genug Platz bot. Einen Zustand, der vom Ragnarök in Lichterfels her ungewohnt war, aber gerade aus diesem Grund allenthalben begeistert angenommen wurde!
Die Halle bot ebenso großzügige Platzverhältnisse. Der fast einhellige Eindruck war sogar, dass weniger Besucher anwesend waren als die Jahre davor. Dieser Eindruck entstand aber lediglich durch die Platzdimensionen, die sich einfach vervielfacht haben im Vergleich Lichtenfels/Rieden. Negativ zu bermerken zu der Halle war allerdings, dass sie eher auf Sitzpublikum ausgelegt ist als auf stehendes und dadurch die Zugangsmöglichkeiten zu der eigentlichen Zuhörerfläche vor den Bühnen eher spärlich gesät und teilweise sogar sehr stolpergefährlich waren. Dem wurde durch eine Positionierung von Security an den kritischsten Stellen entgegengewirkt, die das schlimmste verhindern konnte. Jedoch passierten über das Wochenende verteilt immer wieder kleine oder größere Unfälle im Treppenbereich, was aber den Gesamteindruck einer guten Organisation seitens des Veranstalters nicht erheblich trüben konnte.
Noch eine wesentliche Neuerung im Vergleich zu den letzten Jahren war der doch sehr straffe und organisierte Festivalverlauf ohne großartige Delay-Zeiten. Dies wurde zu einem großen Teil durch einen Aufbau erreicht, der zwei Bühnen beinhaltete, die direkt nebeneinander errichtet worden waren. So konnte eine Band ihre Zuhörer begeistern, während auf der anderen Bühne hinter zugezogenen Vorhängen schon die zweite Band aufbauen und sich vorbereiten konnte.
Noch eine postive Überraschung bot der Sound der meisten Bands, der, im großen Gegensatz zu den letzten Jahren, bei den meisten Bands ausreichend laut aber dennoch sehr angenehm war. Allerdings hatte die linke Bühne während des gesamten Festivals Aussetzer auf der linken Lautsprecherseite zu beklagen, was den Eindruck der Konzerte auf dieser Bühne leider zum Teil erheblich trübte. Dem steht auf der positiven Seite das für ein Pagan-Festival erstaunlich geordnete Gesamthandling der Konzerte durch das Organisations- und Technikteam gegenüber, die einen wirklich guten Job geliefert haben!
Wie üblich wieder der Passus für die Technikinteressierten: Dieses Jahr wieder erfreulich viel konventionelles Licht, kein LED-Schnickschnack, wenige Movingheads. Die Bühne war über das ganze Festival besser ausgeleuchtet als in den vorherigen Jahren, allerdings sparten die meisten Lichttechniker zum Leidwesen der Fotografen extrem mit der Frontaufhellung. Die PA war in der Front KME Pano mit sieben Elementen pro Seite und 4 Pano-Bässen pro Bühne, aufgefüttert mit weiteren KME-Bässen. Die Monitore waren größtenteils ebenso KME Produkte. Am FoH kamen im Licht eine LiCon von JB-Lighting zum Einsatz, im Ton wurde eine interessante Lösung gefahren, die für eine Bühne ein gutes altes Midas-Analog-Schlachtschiff einsetzte, während die andere Bühne von einem Yamaha M7CL versorgt wurde.
Mein Gesamteindruck von dieser mittlerweile siebten Edition des Ragnarök Festivals war ein sehr positiver, getrübt nur durch ein paar wenige Gesichtspunkte. Wenn das Orga-Team mit solchem Elan und dieser Struktur weiter dran bleibt, werden in Zukunft weitere großartige Konzerte auf dem Ragnarök zu erwarten sein!
Dieses wird, nach offizieller Info des Orga-Teams vom 11.05., wieder in Lichtenfels stattfinden.
“Während die Zusammenarbeit mit den meisten bisher genannten Institutionen und Personen leider beendet werden muss, hoffen wir darauf, Euch 2011 beim Ragnarök 8 wieder zu sehen. Nicht in Kreuth, sondern wie in den Vorjahren in Lichtenfels und zwar am 29. und 30. April. Der Gut Matheshof war ein wunderbarer Gastgeber, jedoch konnten wir auch für 2011 keinen Ferientermin erhalten, was für uns der entscheidende Punkt war. Lichtenfels dürfte vielen noch vertraut sein. Mit einer stark limitierten Ticketanzahl sehen wir Lichtenfels als attraktiven, familiären Veranstaltungsort und freuen uns auf ein tolles Ragnarök 8 dort.”
Quelle: http://www.ragnaroek-festival.com/index.php?article_id=3&lang=0
Einige Fotoeindrücke des Festivals sind diesem Artikel beigefügt. Mehr Fotos unter: http://www.flickr.com/photos/43869745@N05/sets/72157623983449118/

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