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Konzertberichte

neuWerk-Festival @ Düsseldorf, 28.12.2007

Im Düsseldorfer Stahlwerk fand am 28. Dezember 2007 das vom Sonic Seducer-Magazin präsentierte neuWerk-Festival statt. Nebst dem Headliner VNV Nation erwarteten uns [:SITD:], Frozen Plasma, Absurd Minds, Modcom, Straftanz und Patenbrigade: Wolff.

Patenbrigade: Wolff

Der erste Auftritt des Abends dürfte zugleich der ungewöhnlichste gewesen sein:
mittels diverser Requisiten wie schwarz-gelbem Absperrband, Hütchen, einer orange blinkenden Baustellenlampe und einigen Absperrschildern hatte die Bühne einen Touch von Baustelle erhalten. Passend dazu trugen die Jungs von Patenbrigade: Wolff ihre charakteristischen orangefarbenen Bauarbeiter-Anzüge samt gelben Schutzhelmen.

Ganz das Klischee des Bauarbeiters bedienend, stand einer der drei während fast des gesamten Auftritts unbeteiligt am Rand, um abwechselnd an seiner Kippe zu ziehen oder einen Schluck aus der Bierflasche zu nehmen. Brigadier Sven Wolff und Brigadeleiter Lance Murdock bedienten währenddessen die Synthesizer.

Für erstaunte Blicke war gesorgt, als man auf einmal einen Hammer zur Hand nahm und damit sein Keyboard bearbeitete, dabei immer energischer zuschlug, bis dass es schließlich in seine Einzelteile zersplitterte und vollends zerbrach. Die recht monotonen elektronischen Klänge, unterlegt durch einige verzerrte Sätze wie “Der Kran muss gewartet werden”, schienen das Publikum leider nicht so zu überzeugen, da sich der Bereich vor der Bühne nur zögerlich füllte und die meisten Anwesenden doch relativ still auf ihrem Platz stehen blieben – was vielleicht auch daran lag, dass sich wohl eher wenige Kranführer im Publikum befanden, bezeichnen Patenbrigade: Wolff ihre Musik doch selber als “electro ambient for tower crane conductors”.

Modcom

Als nächstes betrat die Bühne niemand Geringeres als Ronan Harris – seines Zeichens Sänger und Kopf von VNV Nation.

Inmitten von immensen analogen modularen Synthesizern und analogen Sequenzern stehend, präsentierte er mehrere Stücke seines Soloprojektes strong>Modcom. Im Stil der 70er wurden die Sounds und Sequenzen hierbei live generiert, modifiziert, manipuliert und gemischt.

Naturgemäß gab es hierbei keine große Bühnenshow zu sehen – Herr Harris bediente die Pulte souverän und gelassen, drehte sich ab und an auch ganz zu den Pulten um und wandte dem Publikum dabei stellenweise seinen Rücken zu.

Auch hier verhielten sich die Anwesenden eher ruhig, was vielleicht daher kam, dass es ungewöhnlich war, Ronan Harris nicht singend auf der Bühne zu erleben. Dies tat dem Applaus zwischen den kraftvollen einzelnen Songs jedoch keinen Abbruch tat.

Straftanz

Nun folgten Straftanz – eine mir bis dato unbekannte Formation.

Die Herren k-x, J-ing, -jl- und Cyberdominator gaben eine eingängige Mischung aus Elektro und Industrial mit Songs vom noch nicht veröffentlichten neuen Album zum Besten, die vielen im Publikum den ein oder anderen Ohrwurm bescherte. Begleitet wurde die Show von den Tanzdarbietungen zweier leicht bekleideter Girls, die die Musiker links und rechts flankierten. So mancher Blick dürfte dabei weniger auf den Jungs von Straftanz geruht haben, als vielmehr auf den beiden Damen. ;-)

Ein Highlight der Show war sicherlich, dass auf einmal Miland „Mille“ Petrozza von Kreator die Bühne betrat und die Straftänzer unterstützte. Zu “Gummimann”, bei dem der Frontmann seine Vorliebe für Gummi besang und von Julia und Linda ausgepeitscht wurde, hatte die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht; auch Songs wie das fast schon obligatorische “Straftanz” durften natürlich nicht fehlen.

Fazit: mehr davon!

Absurd Minds

Anschließend hieß es: Vorhang auf für Absurd Minds!

Die vier Herren aus Dresden präsentierten tanzbaren Synthpop, bei dem das Publikum ordentlich mitging. Unter anderem spielte man Stücke wie “Self Imposed”, “Cycle” oder den Hit “Herzlos”, wobei sich Stefan Großmann (seines Zeichens Mitbegründer der Formation) und Toralf Nickisch im Gesang abwechselten und gegenseitig unterstützten. Timo Fischer am elektronischen Schlagzeug und Tilo Ladwig, der die Synths bediente, vervollständigten die Truppe.

Frozen Plasma

Es folgte der Auftritt der Future-Popper von Frozen Plasma; spätestens zu diesem Zeitpunkt war die Halle dicht gefüllt.

Den Sänger Felix Marc kennt man bereits von Diorama, seinen Mitstreiter Vasi von dessen Industrial-Projekt Reaper. Hier im Stahlwerk präsentierte man bis auf einen Song exakt die gleiche Setlist wie drei Tage zuvor auf dem Chemnitzer Darkstorm-Festival – eine bewährte Mischung, die den Fans eindeutig in die Beine ging. Neben “Hypocrite” und “Lift the Veil” gab es etwa den Hit “Irony” zu hören.

[:SITD:]

[:SITD:] wussten das Publikum erwartungsgemäß vollkommen mitzureißen. Vom ersten Ton an fegten Carsten und die Seinen mit voller Industrial-Härte los und begeisterten die Fans mit Stücken wie “Lebensborn” oder dem monumentalen “Stammheim” vom neuen Album “Bestie:Mensch”.

VNV Nation

Als nun endlich die Headliner des Abends, VNV Nation, die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr.

Ein ausgesprochen gut gelaunter Ronan Harris zeigte sich fassungslos erstaunt über den frenetischen und gar nicht mehr abreißen wollenden Jubel, der die drei nicht nur begrüßte, sondern auch nach jedem Song bedachte. Bei Songs wie “Nemesis” oder “Saviour” sangen die Fans nach Kräften mit und brachten die Stimmung im Stahlwerk zum Überkochen.

Schlussendlich bleibt zu hoffen, dass das neuWerk-Festival 2008 wieder mit einem ähnlich hochkarätigen LineUp stattfinden wird!

[ursprünglich geschrieben für lichtreflexe.net]

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