Auch wenn ich das M’era Luna in diesem Jahr “nur” als Tourist besucht habe, ist es doch immer einen Bericht wert. Schon zum achten Mal in den letzten neun Jahren machte ich mich am vergangenen Wochenende auf nach Hildesheim, um bei meinem Lieblingsfestival den Höhepunkt des Jahres zu feiern.
Waren die letzten Jahre teilweise von ziemlich viel “Elektrosmog” geprägt, erschien mir dieses Jahr das LineUp wieder bodenständiger, und auch wenn absolute Kracher wie Placebo oder The Sisters of Mercy diesmal nicht aufgeboten werden konnten – nichts für ungut, aber weder Within Temptation noch Hurts können da mithalten – konnte man sich auf viele interessante Bands freuen.
Eine erfreuliche Neuerung am Einlass war die Fast Lane, wo man, sofern ohne Gepäck erschienen, blitzschnell sein Bändchen holen konnte. Da wir nicht allzu weit von der Ausgabe entfernt geparkt hatten, konnten wir so ordentlich Zeit sparen.
Leider nicht genug, denn kaum hatten wir auf dem Zeltplatz die erste Fuhre abgeladen, ging ein Schauer auf uns nieder, als würden wir unter der Dusche stehen…nix wars mit Aufbau im Trockenen. So haben wir uns, als Zelt und Pavillon schließlich standen, erste einmal für eine gute Stunde untergestellt… und gleich überaus nette Bekanntschaft mit unseren Nachbarn für dieses Wochenende geschlossen, die kurz nach uns kamen und froh waren, Sack und Pack erst mal aus der Schusslinie und in unseren Pavillon räumen zu können. Die gemeinsame Wartezeit konnten wir so in einer größeren Gruppe mit dem ersten wohlverdienten Bierchen des Tages und angeregtem Klönen verkürzen.
Abends war dann das Mini-Redaktionstreffen von BlackLive geplant, und um acht Uhr trafen Matze und ich uns gemeinsam mit Frank, dem Freund meiner Schwester, am Becks-Stand vor dem Mittelaltermarkt – “Um acht am Beck’s-Stand, ich bin der mit den schwarzen Klamotten” – da konnten wir uns gar nicht verfehlen ;o)
Als es dunkel wurde, verlegten wir die Redaktionssitzung dann auf den Mittelaltermarkt. Mittlerweile war es bei angenehmen Temperaturen trocken, und so empfing uns die Welt der Gaukler und Schausteller mit Kerzenschein und verführerischen Düften. Noch eben mein tägliches Brot, den köstlichen Maharani, vom orientalischen Stand geholt – Falaffelbällchen, gebackenes Gemüse und gebackener Käse im Fladen, herrlich! – und dann rüber zu den Feuerkünstlern, die seit einigen Jahren das M’era Luna mit ihren Künsten verzaubern. Eine atemberaubende und stellenweise höchst erotische Darbietung!
Bis tief in die Nacht blieben wir auf dem Markt und ließen es uns gut gehen, und ich habe es früher schon gesagt und sage es hier wieder: Frank “Laubi” Laubert makes the difference – mit ihm kommt man immer mit anderen Leuten ins Gespräch und es wird nie langweilig! Ein absolutes Kommunikationsnaturtalent!
Am Zelt noch ein gepflegter Jacky-C zum Abschluss des Abends, und dann fiel ich wie ein Stein ins Bett: gute Nacht, M’era, morgen gehts los!
Winterspring und Ostfront haben wir uns erst einmal zugunsten eines gemütlichen Frühstücks geschenkt und sind dann gegen halb zwölf zum Gelände geschlendert, um zu bummeln und Omnia zu hören. So haben wir noch Teile von Ostfront mitbekommen. Ehrlich gesagt, bei den Texten kann einem schlecht werden. Zumindest aus meiner Sicht eine Band, die die Welt nicht braucht. Provozieren und Grenzen ausloten, jaja, das dient ja als Rechtfertigung für jede Geschmacklosigkeit.
Deutlich angenehmer war es dann, sich während des Erkundungszuges rund um die vielen Stände von Omnia und Qntal beschallen zu lassen.
Kurz darauf stand mein erstes Highlight an diesem Wochenende an, Oswald Henke gab sich mit seinem Projekt fetisch:Mensch die Ehre. Dass in Oswald manchmal das Spielkind die Oberhand gewinnt, wurde hier sichtbar, denn die meiste Zeit rollte er auf einer Kiste die Bühne rauf und runter. Da musste auch schon mal ein Gitarrist in Deckung gehen. Augenscheinlich hat die doch recht kurze Zeit nach der Umbesetzung der Band ausgereicht, die neuen Mitglieder Harald Streitberger (Gitarre) und Conrad Schuberth (Schlagzeug) zu integrieren. Ein tolles, ein emotionales Konzert, und “Narbengarten” trieb mir wieder einmal die Tränen in die Augen…
Weiter ging es mit Mesh und Equilibrium, Abendessen am Zelt und dann zu Apocalyptica, die eine mitreißende Show darboten. Erstmal konnte ich mich auch live von den Gesangskünsten und der Qualität der eigenen Songs überzeugen: Klasse!
Musikalisch abgeschlossen wurde der Abend von ASP, der mir leider einen meiner Lieblingssongs, “Stille der Nacht”, vorenthielt, und insgesamt eine etwas, sagen wir, routinierte Vorstellung ablieferte, bei der das Feuer nicht so recht überspringen wollte. Within Temptation ist nun nicht so mein Fall, und so starteten wir unseren zweiten Zug über den Mittelaltermarkt…
Der Höhepunkt des Abends wartete dann aber überraschenderweise am Zelt, denn unsere eingangs erwähnten Nachbarn bewiesen neben gutem Geschmack auch beeindruckende Standfestigkeit, indem sie eine absolut geniale Party veranstalteten, die bis halb vier morgens für beste Stimmung sorgte! Also liebe Leute, danke noch mal dafür und aus vollen Herzen: same place, next year?

War der Samstag weitgehend trocken, empfing uns der Sonntag überaus unfreundlich mit Dauerregen und kräftigen Windböen, die im Laufe des Tages manchen Pavillon das Leben kosten sollten. Auch mein Zelt kam nicht ohne Schaden davon und braucht jetzt neue Gestänge.
Dafür entschädigte die Musik aber wiederum doppelt und dreifach: los gings mit Coppelius, die ich letztes Jahr auf dem Amphi in Köln erstmal und mehr oder weniger zufällig gesehen hatte und die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Optisch und musikalisch ein Hochgenuss, ließen sich die Akteure auch nicht vom Regen beirren, was einen fürsorglichen Fan dazu bewog, beim letzten Song, zu dem sich die Sänger auf den Rand der Bühne und somit quasi in eine Dusche setzten, einen Schirm hochzureichen, der denn auch dankbar angenommen wurde.
Mit Mono Inc. wartete dann auf mich die Erleuchtung des Wochenendes auf mich. Hatte ich diese Band – dank unsere Zeltnachbarn – am Vortag erstmals bewusst wahrgenommen, sollte mich das nun folgende Konzert ad hoc zum Fan machen! Da freut sich Amazon wieder über ein paar Artikel mehr im Einkaufswagen. Wie der Frontmann mit dem Publikum interagiert, ungezwungen und locker, wie druckvoll die Musik über einen hinwegrollt… genial.
Auch auf end of green hatte ich mich sehr gefreut, und man kann der Band auch nicht nachsagen, sie hätten keine mitreißende und saubere Show abgeliefert. Aber mir hat der Song “Dead end hero” so gefehlt, und dass diese begnadeten Rocker ihre Show mit zwei Balladen ausklingen lassen, war etwas, naja, unglücklich. Da passte es auch ins Bild, dass Michael Huber aka Michelle Darkness unfreiwillig den Schenkelklopfer des Wochenendes lieferte. Ob seiner unübersehbaren Bräune klärte er das Publikum auf: “Nicht dass einer denkt ich war im Urlaub. Auf dem Friedhof scheint halt auch die Sonne.” o.O
Jetzt flugs zum Zeltplatz zurück und die Regenpause nutzen, um den Kram einigermaßen trocken ins Auto zu laden. Glücklicherweise blieb es in der Zeit trocken, nur der Wind nahm jetzt so zu, dass Pavillon über den Platz flogen und mein Zelt zu Bruch ging. Aber ein Gestänge lässt sich ja nachkaufen, und wir wollten zusehen, rechtzeitig zu Tiamat wieder im Hangar zu sein.
Waren Mono Inc. für mich die Entdeckung des Wochenendes, so waren Tiamat die Wiederentdeckung des Jahres! Ich weiß gar nicht, warum ich diese Band nach dem Album Wild Honey so aus den Augen verloren habe. Tiefdunkle und klar artikulierte Stimme, sparsame Gestik, großartiges Bandplay, und als zu Schluss noch mit “Sleeping Beauty” von dem 1992er Album Clouds noch ein richtig fettes Brett präsentiert wurde, stand der Hangar endgültig Kopf, und von der ersten bis zur letzten Reihe waren alle Hände oben. Eigentlich wollte ich nach einer halben Stunde raus um VNV Nation ganz zu sehen – daraus wurde nichts. Zu fesselnd war diese Perfomance!
Mit den letzten Klängen von Ronan Harris, von dem ich immerhin noch zwei Songs mitbekam, hieß es dann Abschied nehmen vom diesjährigen M’era Luna. Angesichts der Tatsache, dass für meinen tapferen Mitstreiter Laubi der Wecker am Montagmorgen um 6 Uhr das Wochenende jäh beenden sollte, konnte uns die Aussicht auf britischen Synthiepop nicht zum bleiben bewegen. Mir ist der Hype um Hurts eh schleierhaft.
Und so verließen wir gegen neun Uhr das Gelände und ließen das sauberste, bestorganisierte, emotionalste und schönste Festival hierzulande hinter uns – in dem beruhigenden Wissen, dass es ja nur für ein kurzes Jahr sein wird.
Auf Wiedersehen beim M’era Luna 2012!








17. August 2011 um 15:01 Uhr
geiler bericht und geil zu sehen das mein bester freund MR Bones es auch mal auf ne titelseite gepackt hat ^^
Bis 2012
17. August 2011 um 20:44 Uhr
geiler Komentar :) ich war übrigens der im bericht erwähnte zeltnachbar- also einer davon …… :)
wir sehen uns nächstes jahr
gleiche stelle …
18. August 2011 um 13:41 Uhr
@Zombie: der ist ja auch zu cool :o)
@Markus: das wäre großartig! Kontakt über BlackLive ist ja kein Problem…
19. August 2011 um 11:05 Uhr
klaro können uns ja ab und zu mailen …
lg
19. August 2011 um 17:48 Uhr
@ragnarök
Mr.Bones ist jetzt seit drei jahren ein treuer begleiter aufs Mera ok er schiest sich zwar am ersten tag so ab das er wie tot da rumgammelt aber witr hatten schon jede menge spaß mit ihm!
kannst im nächsten jahr mal auf en bier vorbeikommen (ach ja bring bier mit lol)(ne spaß)
21. August 2011 um 18:49 Uhr
geiller berricht erlich ^^ und joa so kahm mir das festival auch in ungefärren vor also viele meinungs paralehlen =P und ich kanns kaum erwarten m´eraluna 2012 !!!
6. Juli 2012 um 20:25 Uhr
hallöchen sagt mal habt ihr vor dieses jahr wieder meraluna ?
ich bin der neben euch gezeltet hat mit der geilen mugge …. :)
können ja wieder zam zelten …
lg markus
23. Juli 2012 um 16:32 Uhr
Hi Markus, wir sind auf jeden Fall da, mal sehen welche Zusammensetzung unsere Truppe am Ende hat, aber wir solltten auf jeden Fall gucken, dass unsere Zelte wieder nebeneinander stehen, dann wird gefeiert :o)
24. Juli 2012 um 17:09 Uhr
Super! schreib mir doch mal auf meine mailadresse deine Handy Nr .könnwa uns zam tel.
glg
megafreu … ;)
4. August 2012 um 22:16 Uhr
hi meld dich doch nochmal zwecks zelten ..
iss ja bald
:)
lg