M’era Luna 2010

Im elften Jahr seines Bestehens hat das M’era Luna sich selbst übertroffen und mit 24.000 angereisten Szenegängern einen Besucherrekord aufgestellt: bei einem LineUp mit Placebo, den Sisters of Mercy, Unheilig, Combichrist, Skinny Puppy und 35 weiteren Acts eigentlich kein Wunder. :o)

M'era Luna 2010 - Impressionen

Viele von euch haben bereits unsere Live-Berichterstattung auf Twitter verfolgt, hier folgt nun der Festivalbericht samt Fotogalerie.

Wer am Freitag nach Anreise, Anstehen am Eingang des Campingplatzes, der Odyssee auf der Suche nach einem guten Zeltplatz und dem Kampf mit Zeltplane, Schnüren und Gestänge noch nicht vollends erledigt war, der konnte abends durch das mittelalterliche Dorf schlendern sowie sich auf der Party im Discohangar austoben (auch wenn diese noch einmal extra Eintritt kostete…. muss das wirklich sein?!). Langweile kam also keinesfalls auf, obwohl das eigentliche Festivalgelände erst am nächsten Vormittag öffnete.

Selbiges erwartete die Besucher wieder mit zwei Bühnen (draußen die Mainstage, eine zweite Bühne im Hangar) und – natürlich – einer ausgiebigen Shoppingmeile, die dieses Jahr aber doch kleiner ausgefallen zu sein scheint. Dass Ein- und Ausgang des Hangars nun durch eine Absperrung getrennt wurden, ist eine positive Neuerung, da es hier doch immer wieder zu viel Gedränge kommt. Generell bietet der Hangar aber eben nicht allzu viel Platz, und das wird anbetrachts der stetig wachsenden Besucherzahl leider nicht gerade weniger problematisch. Langes Anstehen oder gar nicht mehr Hineinkommen vor Acts wie Agonoize oder Combichrist war weniger schön; eine großformatige Leinwand an der Außenwand des Hangars wäre hier vielleicht eine Idee.

M'era Luna 2010 - Impressionen

Das Motto “sehen und gesehen werden” galt natürlich auch außerhalb der Modenschau, die am Samstag im Discohangar stattfand, und so galt es zahlreiche schöne Menschen in ausgefallenen Outfits zu bewundern (leider aber auch so einige, die recht… unvorteilhaft gekleidet waren. Nun ja.).

Insbesondere die Iro-Fraktion schielte sonntags desöfteren besorgt zum wolkenverhangenen Himmel, aber abgesehen von einigen kurzen Schauern hatte Petrus ein Einsehen und so folgte auf einen sonnigen, warmen Samstag ein etwas kühlerer, aber zumindest nicht verregneter Sonntag.

Samstag, 7. August 2010

Mit Unzucht eröffneten die Sieger des M’era Luna-Newcomerwettbewerbs das Festival auf der Mainstage mit ihrer zwanzigminütigen Show, gefolgt von Lord of the Lost und Rabenschrey. Im Hangar spielten derweil Sons of Seasons und Leandra. Qntal mussten ihren Auftritt leider kurzfristig absagen, da Michael sich einen Bänderriss zugezogen hat – gute Besserung! Stattdessen sprangen Ignis Fatuu ein und versorgten das M’era Luna mit mittelalter-rockigen Klängen.

M'era Luna 2010 - Impressionen

Auf der Mainstage ging es industrialmäßig weiter mit dem den Australiern von Angelsplit, ehe es schließlich Zeit wurde für Lacrimas Profundere.

Die Jungs um Alex Kaschte, seines Zeichens Mastermind von Samsas Traum, performten mehr oder weniger die gleiche Show wie zwei Wochen zuvor auf dem Amphi-Festival, was der Begeisterung der Fans jedoch keinen Abbruch tat: Endstation.Eden, Stromausfall im Herzspital, Für immer, Die Zärtlichkeit der Verdammten, … und zum Schluss das fast schon obligatorische (“ohne Kugel geh’n wir hier nicht weg!”) Kugel im Gesicht.

Im Hangar begann der Auftritt von Brendan Perry – dessen Name untrennbar verknüpft ist mit den legendären Dead Can Dance – leider mit ungefähr einer Viertelstunde Verspätung. Generell wurde der Zeitplan auf dem M’era Luna aber sehr streng eingehalten, was desöfteren für Verwirrung am Ende der Show sorgte und so einige Bands recht abrupt von der Bühne scheuchte.

Weiter ging es im mittlerweile ziemlich stickigen Hangar mit Das Ich. Bruno Kramm ließ sich trotz gebrochener Rippe nicht davon abhalten, zusammen mit den Seinen eine energiegeladene Show zu performen, bei der sowohl der Kannibale als auch die Todgeweihten grüßten, Schwarzes Gift und das Destillat nicht zu kurz kamen und auch die Engel auf Erden besungen wurden. Ein Highlight stellte der Gastauftritt von Faith and the Muse bei Gottes Tod dar.

Draußen auf der Mainstage wurde es nach den Stolen Babies mit Laibach und Nitzer Ebb zunächst einmal härter, ehe dann mit Unheilig eher die Popfraktion beglückt wurde. Im Hangar gab es einen ähnlichen Stilmix, da auf Electro made by Rotersand die Metaller von Eluveitie und Crematory folgten.

Bereits 2000, als das bis dato als Zillo-Festival bekannte Event nun erstmals unter dem Namen M’era Luna stattfand, waren die Sisters of Mercy als Headliner dabei. Und nun, zehn Jahre später, erneut der Beweis, dass Mr. Eldritch auch nach nunmehr 17 Jahren ohne Veröffentlichung noch existiert. Für’s Auge bot sich in erster Linie jede Menge bunter Nebel ;-) , und zu hören gab es während des über einstündigen Auftritts unter anderem Klassiker wie Marian oder No Time To Cry.

Sonntag, 8. August 2010

Den zweiten Festivaltag eröffneten Expatriate auf der Mainstage respektive Eyes Shut Tight im Hangar.
Spätestens nach den Horrorpunkern von The Other war man denn auch wach – gespielt wurden Songs wie Lover’s Lane, Der Tod steht dir gut, Beware of Ghouls und – mit einem “Iron Maiden-Gitarrensolo” ;-) – Hier kommt die Dunkelheit.

Weiter ging es auf der Main mit Punish Yourself, Hanzel und Gretyl, Zeraphine und Saltatio Mortis sowie mit Ambassador 21, Colony 5, Celine and Nite Wreckage sowie Amduscia im Hangar.

M'era Luna 2010 - Impressionen

Zu Agonoize hatten wir uns leider zu spät auf den Weg gemacht, sodass uns vor dem Eingang zum Hangar eine lange Schlange erwartete, der wir dann doch lieber einen Rundgang über das Festivalgelände sowie den Auftritt von den 69 Eyes auf der Mainstage vorzogen und auch für den Rest des Tages draußen blieben, während es im Hangar Feindflug, Skinny Puppy und Combichrist nochmal so richtig elektronisch krachen ließen.

Draußen ging es derweil rockiger zu: auf den Indie-Rock von den Editors, die einen klasse Auftritt hinlegten, folgte Mittelalter-Rock von In Extremo, bei dem auch ein Moshpit nicht fehlen durfte.

“Wir sind Placebo aus England und wir kommen in friedlicher Absicht!” – na, das ist doch mal eine Ansage. ;-) Vor dem Hintergrund einer großflächigen LCD-Anzeige performten Brian Molko & Co. Stücke wie Nancy Boy, Song to say Goodbye, Meds, Battle for the Sun, Ashtray Heart, Every me, every you, das großartige Soulmates, Breathe Underwater, … enttäuscht-verwirrte Gesichter allerdings bei den Fans, als Brian Molko und die Seinen die Bühne dann schon um 5 vor 10 verließen, obwohl sie eigentlich noch ausreichend Spielzeit für einen Song gehabt hätten. Schade, aber nichtsdestotrotz eine tolle Show und ein würdiger Abschluss für das M’era Luna 2010!

Hier alle unsere Bilder in der Galerie:

Autor: neontrauma

Hallo! Ich bin neontrauma aka Anne Mühlbauer, 26 Jahre alt und Hauptverantwortliche hier auf BlackLive. Neben der (Konzert-)Fotografie sind Webdesign, Laufen und Bloggen meine Leidenschaften. Mein Fotografie-Portfolio findest du unter photogrrraphy.com, mein Webdesign-Blog unter anne-muehlbauer.de und dann gibt's da noch mein Blog Ikiru.

2 Kommentare

  1. Komisch, dass es hier kein Bericht zum 2011er Mera gibt. Jedenfalls waren viele Leute von resdead dort und es gibt auch schon erste Eindrücke vom resdead-Camp. Die Stimmung war jedenfalls super!

  2. Es wird hier in Kürze einen Festivalbericht zu lesen geben. :)

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.