Wenn sich eine Schar schwarzgekleideter Gestalten in eine Kirche drängt, dann mag der argwöhnische Anwohner entweder an eine Trauerfeier denken oder aber an eine schwarze Messe. Nichts dergleichen spielte sich am 2. April jedoch in der in Köln-Nippes gelegenen Kulturkirche ab, vielmehr freute man sich auf den Auftritt der Letzten Instanz und der Vorband Van Canto.
Die Atmosphäre der kleinen neogotischen Kirche verlieh dem Abend ein ganz besonderes Flair – aber fangen wir vorne an. :-)
Van Canto
Van Canto – der Name lässt es schon vermuten, hier steht der Gesang ganz klar im Mittelpunkt. Und wie: denn die sechs Damen und Herren bilden die weltweit einzige A capella-Metalband! Metal ohne Bässe, Gitarren und Keyboards, einzig mit Gesang und einem Schlagzeug?! – Ja, das geht tatsächlich und macht vor allem eindeutig Spaß. :o)
Gespielt wurde eine schwarzbunte Mischung verschiedener Coversongs; von Blind Guardian und Nightwish über Iron Maiden hin zu einigen weiteren Szenegrößen wurden hier viele großartige Bands geehrt. Und von einer Ehrung kann man hier in wirklich sprechen, denn Van Canto spielen nicht einfach einen Abklatsch der Originale, sondern überzeugen mit ihrer Virtuosität. So kann sich Sängerin Inga Scharf mit ihrer Stimme durchaus mit Tarja Turunen messen und begeisterte alle Anwesenden bei Wishmaster. Gänsehaut kam denn beim Bard’s Song auf, und auch The Mission oder Speed of Light schlugen stimmugsmäßig ein wie eine Bombe. Wahnsinn! So viel Begeisterung und Power sowohl auf, als auch vor der Bühne findet man beiweitem nicht bei vielen Vorbands!
Mit Fear of the Dark wurde denn schließlich der letzte Song angestimmt, und hier gaben Van Canto und die Fans nochmal alles. Kein Wunder also, dass frenetische “Zugabe!”-Rufe laut wurden… und natürlich kehrte man dann noch einmal auf die Bühne zurück und verabschiedete sich mit Rain von den begeisterten Fans.
Ganz klar eine Ausnahmeband, die die Metalszene um Einiges bereichert!
Wenn ihr die Gelegenheit habt, Van Canto live zu erleben, dann solltet ihr euch dies auf keinen Fall entgehen lassen!
Setlist Van Canto
- Ronja
- Pathfinder
- The Mission
- Wishmaster
- The Bard’s Song
- Speed of Light
- Quest for Roar
- Fear of the Dark
- Zugabe: Rain
Letzte Instanz
Die Umbauphase ließ genug Zeit, um auf’s stille Örtchen zu verschwinden, sich um Getränkenachschub zu kümmern und den ein oder anderen Plausch mit unverhofft wiedergetroffenen Bekannten zu halten.
Dann war es aber endlich soweit, und es erklang, passend zur UnSchulds-Tour, Mea Culpa als Opener.
Vom ersten Lied an gingen die Fans voll und ganz mit, begleiteten jeden Song mit mehr oder weniger großer Textsicherheit ;-) und hatten jede Menge Spaß. Den hatten die Sieben auf der Bühne sichtlich ebenfalls, und Hollys humorvolle Überleitungen zwischen den einzelnen Songs trugen ihr Übriges zur Stimmung bei.
Die auf dem obigen Foto festgehaltene Situation hatte übrigens nichts damit zu tun, dass das Septett in einer Kirche Engel zum Besten gab und daher auf einmal engelsgleich über dem Boden der Tatsache geschwebt hätte – die Instanzler springen halt einfach nur gerne & viel. :-)
Neue und ältere Stücke wechselten sich ab und wurden vom Publikum alle gleichbleibend begeistert begrüßt: Ohne Dich, Kopfkino, Tanz, … die Letzte Instanz macht es einem ja wirklich nicht leicht, sich für einen Lieblingssong zu entscheiden, aber als denn die ersten paar Takte von Jeden Morgen erklangen, war ich dann wirklich aus dem Häuschen. Danke, dass dieses Stück gespielt wurde!
Das schönste Lied der Welt schlug erwartungsgemäß ein wie eine Bombe, und das wenig später folgende Zugaben-Trio vom gleichen Album, bestehend aus Ganz oder gar nicht, Kalter Glanz sowie Mein Todestag ließ einfach keine Wünsche offen. Die Stimmung kochte und konnte dann aber tatsächlich nochmal gesteigert werden: “Rapunzel, lass dein Haar herab / hinunter in das Erdengrab / lass uns erklimmen deinen Turm / dann bist auch du verlor’n!” … spätestens danach war ich heiser. ;-)
Und so verging die Zeit viel zu schnell, musste auch diese wirklich üppige Setlist irgendwann an ihr Ende kommen…
“Blut, Blut, Räuber saufen Blut…”, vernahm man da denn plötzlich einen wohlvertrauten mehrstimmigen Gesang. :o)
“Nanu? Falsche Band?!”, wunderte sich denn auch Holly – aber nichtsdestotrotz spendierten die Mannen noch eine weitere Zugabe.
Es folgte ein Ritual, das bei den Auftritten der Letzten Instanz fast schon Tradition ist: während der Klänge von Wir sind allein fasste jeder im Publikum den Menschen neben ihm an der Hand, egal ob bekannt oder wildfremd, und gemeinsam schwenkte man die Arme über dem Kopf. “Wir sind allein / Über Millionen Sternen / Wenn wir zusammen scheinen / Können wir die Welt erhellen / Sind wir auch klein / Sieht man uns doch von ferne / Wenn wir zusammen scheinen”
Gänsehaut…!
Begleitet vom Sandmann entließ man die Fans schließlich in die Frühlingsnacht… wobei das nicht so ganz stimmt, denn wer wollte, der konnte mit den Mannen noch einen trinken gehen. Dazu lud Holly die Fans im Namen der ganzen Band ein und versprach sogar, zwanzig Bier auszugeben. ;o)
Setlist Letzte Instanz
- Mea Culpa
- Engel
- Flucht ins Glück
- Tanz
- Maskenball
- Ohne Dich
- Eisherz
- Dein Licht
- Vollmond
- Kopfkino
- Unerreicht
- Sonne
- Traumlos
- Monument der Stille
- Jeden Morgen
- Das schönste Lied der Welt
- Finsternis
- Komm!
- Die Eine
- Stimmlein
- Feuer
—– - Ganz oder gar nicht
- Kalter Glanz
- Mein Todestag
- Rapunzel
—– - Wir sind allein
- Sandmann





[...] is the original: Letzte Instanz @ Köln, 2.4.2009 | Tags: der-argw, film, gestalten, jesus, kirche, like-the-woman, maiden, schar, sich-eine, [...]