Jennifer Rostock – haben Karlsruhe gerockt !!
Der Name der Vorband sollte bereits andeuten, dass an diesem Abend niemand ohne Weiteres auf seinem Stuhl sitzen bleiben würde: Fertig, los! aus München heizten zunächst das Publikum an. Die drei Musiker, die sich selbst auf ihrer My Space Seite als „Gitarrenband“ bezeichnen, nutzten die Gelegenheit auf ihr im Mai erscheinendes Album „Pläne für die Zukunft“ und die neueste Single „Wenn du mich brauchst“ aufmerksam zu machen. Der Menge gefiel was sie hörte und es wurde fleißig applaudiert… und dann war es endlich soweit, der letzte Soundcheck war gemacht, das Licht ging aus und das Intro wurde eingespielt…
Eins kann man Jennifer Rostock schon mal beim besten Willen nicht vorwerfen… dass sie ihr Publikum nicht mitreißen würden. Die Stimmung im leider nur halbgefüllten Substage in Karlsruhe war vom ersten bis zum letzten Lied großartig laut und es wurde einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, warum es eine gute Idee gewesen ist, das Substage künftig in eine größere Halle auszulagern, die Luft im einstigen Bahnschacht war schon sehr bald nicht mehr genießbar. Die Musiker auf der Bühne störte
das bewundernswert wenig, bereits mit ihrem ersten Lied „Leben auf Zeit“ brachten sie die Menge zum toben und sie hielten dieses Niveau bis zum Schluss durch. Die Fans sangen jeden Refrain textsicher und
inbrünstig mit, und dass hauptsächlich schnelle Lieder gespielt wurden, erfreute nicht nur jene, die vorne standen und mitpogen konnten.
Die Band, allen voran Frontfrau Jennifer Weist, präsentierte sich wunderbar publikumsnah. Neben einer ganzen Reihe herrlich derber Sprüche und dem Versuch für den Bassisten Christoph eine Gespielin für den Abend zu organisieren, bekam ein Fan die Möglichkeit beim ersten
großen Hit der Band, „Kopf oder Zahl“, mit dem sie 2008 den 5. Platz beim Bundesvision Songcontest erlangen konnten, eine Person der Band zu ersetzen. Die Wahl fiel auf Yvonne, die für die Sängerin einsprang
und dabei eine richtig gute Figur abgab. Der Tanz eines jungen Herren auf der Bühne beim Lied „Mona Lisa“ fand etwas weniger Beifall, zeigte aber ebenfalls wie wenig Berührungsängste Band und Fans besitzen.
Eine gute Gelegenheit ein wenig zu verschnaufen bot die Einlage des Keyboarders Joe, der seine feminine Seite nach außen kehrte und die Zuschauer mit seiner Interpretation der Hits „If I were a boy“, „Material Girl“ und „Girls just wanna have fun“ zum schwofen
animierte. Doch die Ruhephase hielt nicht lange vor, die Stimmung kochte vom Anfang bis zum Schluss und es waren nicht wenige dabei, die vorne rausgeholt werden mussten, da ihr Kreislauf dem Abend nicht Stand hielt.
Nach knapp anderthalb Stunden Programm, das ausgewogen die beiden bisher veröffentlichten Jennifer Rostock-Alben repräsentierte, ging es in die letzte Runde. Mit dem letzten Lied der Zugabe konnte die
Frontfrau noch einmal demonstrieren wie vielseitig ihre Stimme ist.
„Nenn mich nicht Jenny“ bleibt im Ohr, nicht zuletzt dank des Gesangs, der im Schlussteil schon fast Metal ist und bei dem sowohl von den Musikern als auch von den Fans noch einmal alles gegeben werden konnte.
Ach so, der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt: so ziemlich die einzigen, die länger als drei Minuten saßen, waren ein paar Väter im hinteren Teil der Halle, die ihrer Aufsichtspflicht nachkamen und beim ein oder anderen Lied dennoch dabei ertappt werden konnten, wie sie fröhlich mit den Füßen wippten.
Wer Jennifer Rostock live erleben möchte, muss unbedingt auf die Tourdaten der Band klicken und sich Karten sichern: www.jennifer-rostock.de




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