Nach dem großen Erfolg der Sünder-Tour im letzten Jahr haben Käpt’n Alexx und seine Mannschaft beschlossen, 2009 noch ein weiteres Mal in die Tournee-See zu stechen und ihre Fans mit einem zweiten Teil der Tour zu beglücken. Mit auf die Reise nehmen sie hierbei das Londoner Trio Die So Fluid.
Den Auftakt der Sünder-Tour Part II machte der Auftritt in Duisburg am 19. März.
So fand ich mich also gegen halb sieben im Pulp ein – eine mit Liebe zum Detail hergerichtete Location in Duisburg-Hohenfeld, die aus einem düster-romantischen Märchen zu stammen scheint. Nicht umsonst trägt das Pulp die Bezeichnung “Event-Schloss”: schon das Äußere mit seinem Turm erinnert an eine mittelalterliche Burg, und dazu passt auch die Inneneinrichtung, bei der übrigens jedes einzelne Teil, von den Tischen über die Fernsterrahmen und Skulpturen, von “Schlossherr” Drago handgefertigt wurde.
Bevor um halb sieben die Türen zur “Grotte” geöffnet wurden – jener Halle, in dem das Konzert stattfinden würde und die ihren Namen den von der Decke herabhängenden Stalaktiten verdankt – konnte man sich im vorderen Teil des Pulp bereits an Speis und Trank gütlich tun.
Die So Fluid
Um halb acht betraten dann Die So Fluid die Bühne: zwei Herren und eine Dame aus Großbritannien, die das Publikum mit ihrem Post-Grunge-, Metal- und Alternative-Rock eindeutig zu begeistern wussten. Vor allem Frontfrau Grog war der Spaß am Auftritt deutlich anzumerken! Während sie für den Gesang sorgte und noch dazu ihren Bass bediente, zeichnete Drew für die Gitarre und Al Fletcher für die Drums verantwortlich. Zusammen powerten die drei eine gute Dreiviertelstunde lang und rissen die Anwesenden ordentlich mit sich mit.
Grog bewies, dass eine Frau sehr wohl gleichzeitig einen verführerischen Augenaufschlag hinlegen und dabei in voller Lautstärke abrocken kann. Und dass vor lauter Abrocken der Lippenstift irgendwann bis ans Kinn verschmiert war, tat ihrem sexy Look im Leder-Outfit keinen Abbruch. :o)
Das Publikum zeigte sich nach jedem der Songs und Kommentare Grogs dermaßen begeistert, dass Grog mit großen Augen fragte: “Can I say anything and you scream?!” – allgemeines Gejohle – “… anything!!” :D
Gespielt wurden sowohl einige der älteren Songs, als natürlich auch Stücke des Ende vergangenen Jahres erschienen Albums Not Everybody Gets A Happy Ending.
Zu ebendiesem Ending des Auftritts kam es gegen Viertel nach Acht allerdings, und zurück blieb ein ordentlich eingestimmtes Publikum, das sich mittlerweile vor allem im vorderen Bereich der Halle recht dicht drängte.
Eisbrecher
Als die Jungs von Eisbrecher dann nach der Umbauphase endlich die Bühne betraten, war die Begeisterung vor allem bei den weiblichen Fans groß. Dementsprechend ließen auch die “Ausziehen!”-Rufe nicht lange auf sich warten… aber da hatte die Damenwelt Pech gehabt, denn der Alexx ist eitel, und da laut eigener Aussage die Weihnachtstage bei Muttern in Kombination mit der Arbeit am neuen Album so ihre Spuren hinterlassen haben, ließ er sein Hemd an. Aber: “ein echter Kerl muss nen Kessel haben… ohne richtigen Kessel ist’s ne Pussy!” Also, ihr Herren, keine falsche Scham bitte. ;o)
Los ging’s mit dem Opener des aktuellen Albums: Kann denn Liebe Sünde sein?
Weitere Hits des Abends waren Schwarze Witwe, Mein Blut, Leider, Kinder der Nacht, Vergissmeinnicht, … eine Mischung aus allen drei bislang erschienen Alben also, bei der jeder Fan auf seine Kosten gekommen sein sollte.
Die üblichen bereitgestellten Wasserflaschen erwiesen sich nicht so ganz als das, was sich Käpt’n Alexx unter einem Schluck zu trinken vorstellte – und so prostete er dem Publikum denn prompt mit einer Flasche Jack Daniels zu. Und dass es auch unter den Bayern freundliche Menschen gibt, stellte er sogleich unter Beweis, als er die Flasche in die Menge reichte: “Aber lasst mir noch einen Anstandstropfen übrig, ja?” Klar, dass jetzt nur ein Song wie Alkohol folgen konnte!
Als man schließlich ruhigere Töne angeschlug, reckten sich diverse Arme mit Wunderkerzen in die Höhe und verbreiteten eine hübsche Atmosphäre… bei der Alexx sich aber seinen Kommentar nicht verkneifen konnte: “Die habt ihr wohl noch übrig von Unheilig…?”
Einige großartige Songs später entschwand Alexx von der Bühne, nur um gleich darauf in einer zünftigen Tracht, komplett mit Hut und allem Drum und Dran, wiederaufzutauchen. Eindeutig: This is Deutsch…
Den Kracher Miststück gab’s denn schließlich noch als Zugabe, und unter Alexx’ Regie konnten sich die Damen und Herren dann noch gegenseitig im Ge”sang” dieser Lobeshymne übertreffen. *g*
Wer nach dem Konzert noch weiterfeiern wollte und nicht, wie ich, seinen Zug bekommen musste, der konnte sich dann noch auf der anschließenden Aftershow-Party austoben. Fazit: ein geiler Abend!
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