Darkstorm-Festival @ Stadthalle Chemnitz, 25.12.2007

verfasst am 31. Dezember 2007
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| Rubrik: Konzertberichte

Einen krönenden Abschluss der Weihnachtszeit bot das Darkstorm-Festival 2007 in Chemnitz.

So fanden sich am 25. Dezember in der dortigen Stadthalle gut 3.000, zum Teil sehr aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestylte Menschen ein, um das mittlerweile zum elften Mal stattfindende Festival zu erleben.

Verteilt auf zwei Bühnen präsentierte man eine hochkarätige Auswahl an Künstlern, mit der man für jeden Geschmack, ob elektrolastig oder doch eher mittelalterlich ausgelegt, etwas im Gepäck hatte: VNV Nation als Headliner, Project Pitchfork, [:SITD:], Das Ich, Corvus Corax, Suicide Commando, Emilie Autum, Frozen Plasma, Suicidal Romance und Down Below.

Down Below

Den Auftakt des Abends boten Down Below auf der Main Stage. Traditionsgemäß in schwarz-blau gekleidet – den “Hausfarben” der Band, ist doch auch ihr Webauftritt in diesen Tönen gehalten – wussten die vier Metaller mit ihrem Sound eindeutig zu überzeugen.

Gespielt wurden vor allem Stücke des im Juni erschienenen Albums “Sinfony 23″, das Sänger Neo Scope mit den Worten “Schöne Melodien mit einer bitteren Botschaft” beschreibt – durchaus passend. Die Laune ließ sich das Publikum von den eher düsteren Lyrics jedoch nicht im Geringsten verderben, sodass der Auftritt einen eindeutig gelungenen Opener bildete.

Am 14. Februar heißt es übrigens Daumen drücken, wenn Down Below für Sachsen-Anhalt beim Bundesvision Song Contest 2008 antreten!

Emilie Autumn

Nach einer kurzen Umbauphase senkte sich erwartungsvolle Spannung über das Publikum: auf der linken Seite der Bühne stand ein über und über mit etwas makaber zugerichteten Puppen bedecktes Bett bereit, während auf der linken Seite ein auf Leinwand gemalter, verschnörkelter Spiegel die Blicke auf sich zog.

Bereits die Requisiten versprachen also einmal mehr eine ausgefallene, extravagante Show von Emilie Autumn.

Die Fans wurden nicht enttäuscht: nicht nur das Ohr wurde von den eigenwilligen, schmerzlich-schönen Melodien wie etwa bei “Thank God I’m Pretty” verwöhnt, auch das Auge konnte sich schier gar nicht sattsehen an der phantasievollen, schillernden Darbietung. Vor der Show waren zehn niedlich gestylte Mädchen aus dem Publikum ausgewählt worden, die Emilie auf der Bühne zusammen mit Vecona – ihres Zeichens verantwortlich für die wundervollen, viktoriansch-phantastischen Kostüme – begleiteten.

Gemeinsam entführten sie die Fans in eine zeitlose, märchenhafte und zugleich rockige Welt aus E-Geigenklängen, einer farbenprächtigen Lichtshow, Emilies charakteristischer Stimme und verspielten Requisitien. Wundervoll!

Suicidal Romance

Weiter ging es mit der estländischen Elektro-Formation Suicidal Romance auf der kleineren Second Stage. Dmitry Ivanov, Viktoria Seimar und Maarja Korstnik erinnern mit ihrer Musik nicht nur stark an den Sound von Blutengel – Dmitry sieht Herrn Pohl aufgrund seiner Kontaktlinsen zudem noch recht ähnlich und auf der aktuellen Scheibe “Love Beyond Reach” finden sich zwei Blutengel-Remixes. Insgesamt verhielt sich das Publikum relativ ruhig, wenngleich der Auftritt recht solide war.

Corvus Corax

Zurück zur Main Stage – und zurück ins Mittelalter: die Könige der Spielleute enterten die Bühne! Mit ihren nach historischen Vorlagen gefertigten Instrumenten und der aufwändigen Gewandung luden sie das Publikum tatsächlich auf eine kraftvolle Zeitreise ein. Die Stimmung im Saal war glänzend – eingeheizt durch Dudelsäcke, Schlagwerk und Castus Rabensangs wilde Stimme. Während der Mehrzahl der Songs sangen die Fans lautstark mit, und schließlich ließen Corvus Corax ihr Publikum sogar alleine den Gesangspart bestreiten – abwechselnd Frauen und Männer, mal laut, dann leise, was für soviel Laune sorgte, dass man über den gehaltvollen Liedtext – “Dada-dadadadaa-…” – großzügig hinwegsah.

Frozen Plasma

Die deutschen Future-Popper von Frozen Plasma lockten anschließend wieder zur zweiten Bühne. Den Sänger Felix Marc kennt man bereits von Diorama, seinen Mitstreiter Vasi von dessen Industrial-Projekt Reaper. Tanzbar, wie die Songs allesamt waren, gab es kaum jemandem im Publikum, der noch still dagestanden wäre. Felix steckte mit seiner Energie und guten Laune eindeutig an.

Das Ich

Nun hieß es, wieder zur Main Stage zu eilen und einen guten Platz zu sichern: Das Ich standen an!
Mitten auf der Bühne positionierte man ein eigenartiges Konstrukt mit zwei schwenkbaren Armen, auf denen die Keyboards befestigt waren und die von Bruno Kramm und Stefan Siegel vor- und zurückbewegt wurden. Stefan Ackermann zeigte sich mit nacktem, rot bemalten Oberkörper in einer enganliegenden Hose, was seinen fast schon ausgezehrt wirkenden Körper mehr als betonte.

Mit seiner beeindruckenden Mimik und Gestik faszinierte er ebenso, wie die Musik das Publikum in ihren Bann riss: jedes Stück wurde mitgesungen, unzählige Hände klatschten über die Köpfe erhoben mit, fast jeder tanzte zu Songs wie “Gottes Tod” oder “Destillat”.

[:SITD:]

Noch atemlos von Das Ich ging es zurück zur zweiten Bühne, wo sich [:SITD:] die Ehre gaben. Stücke wie “Snuff Machinery” durften selbstverständlich nicht im Programm fehlen – Carsten Jacek, Thomas Lesczenski und Frank D’Angelo traten mit merklicher Spielfreude vor einem hellauf begeisterten Publikum auf, dessen Ekstase die Musiker nur noch umso begeisterter spielen ließ.

Project Pitchfork

Zurück auf der Mainstage ging es mit dem Dark Wave der Hamburger Formation Project Pitchfork weiter. Da die Herren um Mastermind Peter Spilles mittlerweile schon seit einigen Jahren am Start sind, konnten sie auf ein großes Repertoire an Stücken zurückgreifen und boten unter anderem Klassiker wie “Conjure” oder “Alpha & Omega” dar. Auch hier quittierten die Fans den Auftritt mit viel Tanz und Begeisterung.

Suicide Commando

Im Saal vor der zweiten Bühne noch einen Platz zu finden, gestaltete sich schon etwas schwierig, als die Fans nun dem Headliner der zweiten Bühne entgegenfieberten: Suicide Commando. Vor dem Hintergrund einer Diaprojektion mit verschiedenen Bildern – zu Beginn bei “Bind, Torture, Kill” wurden zum Beispiel ebendiese Schlagworte projiziert – lieferten die Belgier eine rundum gelungene Show. Andere Hits des Abends waren etwa “Hellraiser” oder “Raise Your God”.

VNV Nation

Der letzte Auftritt des Abends war schließlich Ronan Harris und seinem Kollegen Mark Jackson vergönnt – ihres Zeichens bekannt als VNV Nation. Spätestens jetzt kam das Publikum aus dem Feiern gar nicht mehr heraus, als ein Hit den nächsten jagte: “Nemesis”, “Chrome”, “Perpetual”, …

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