Blackfield-Festival 2010

verfasst am 15. Juni 2010
von
| Rubrik: Konzertberichte

Bereits zum dritten Mal in Folge lud das Gelsenkirchener Amphitheater dieser Tage, am Wochenende des 12. und 13. Juni, zum Blackfield-Festival – dass viele Besucher stolz ihr Festivalshirt von 2009 trugen, zeigt, dass sich das Blackfield mittlerweile in der Szene etabliert und treue Fans gewonnen hat. Auch dieses Jahr hielt das LineUp mit Bands wie Oomph!, Front 242, Subway To Sally, Covenant und Unheilig – um nur ein paar der insgesamt 19 Künstler zu nennen – einige Schätzchen parat, deren Fans sich größtenteils aufwändig gestylt hatten: von mittelalterlichen Kleidern und Reifröcken über knappe Latexoutfits und neonbunte Cyberstylings bis hin zum Uniformlook à la Marilyn Manson war alles vertreten.

Samstag, 12. Juni

Um 12 Uhr sorgten Scream Silence am Samstag für eine rockige Eröffnung des Festivals, der auch der Nieselregel nichts anhaben konnte.
Jesus On Extasy @ Blackfield 2010 Weiter ging’s mit Jesus On Extasy: der Kracher Assassinate Me durfte in der Setlist ebensowenig fehlen wie Neochrome oder Church of Extasy. Mit No Gods gab es außerdem eine Kostprobe des für August geplanten neuen, gleichnamigen Albums zu hören.
Wer bis jetzt noch nicht ganz wach war, der wurde es zweifelsohne bei dem kalifornischen Elektro-Industrial von Aesthetic Perfection. Vor der Bühne wurde denn auch ordentlich getanzt – nicht ganz so viel Resonanz gab es beim darauf folgenden Auftritt der Girls Under Glass. Die bereits 1986 gegründete Band präsentierte neben Hits wie Ohne dich und Down in the Park auch den brandneuen Track We feel allright.
Die Jungs von Zeromancer begeisterten mit einer krachigen Setlist, die ins Tanzbein ging: ob Clone your Lover, Need you like a Drug oder der zum krönenden Abschlus gespielte Klassiker Dr. Online – stillhalten konnte hier so gut wie niemand.
Etwas melancholischer, aber trotzdem weiterhin tanzbar wurde es bei den Klängen von Diorama, die ihre Fans mit wundervollen Stücken wie Synthesize me oder Kein Mord zu beglücken wussten.
Vive la Fête @ Blackfield 2010
Auf den Auftritt von Vive la Fête, die ich bis dato nur von Platte kannte, hatte ich mich eigentlich gefreut. Ein ohrenbetäubender Sound, der in den ersten Reihen für diverse verzogene Gesichter sorgte, und ein unvorteilhaftes Styling der Sängerin (hautfarbener Body über einem BH, der so gar nicht das tat, was BHs nun mal tun sollen…), sorgten denn für einige Ernüchterung. Schade.
Dafür entschädigten jedoch die Deathstars, die mit Uniform & viel Schminke nicht nur was für’s Auge boten, sondern mit Songs wie New Dead Nation oder Mark of the Gun auch so richtig abgingen und dementsprechend viel Anklang beim Publikum fanden.
Mit Covenant betraten um kurz nach acht denn die schwedischen Garanten für erstklassigen Future Pop die Bühne, die mit ihrem Repertoire die ganze Bandbreite von melancholischen Stücken (Invisible & Silent) bis deutlich schnelleren Clubhits (Call the Ships to Port) abdeckten.
Als Headliner hatten Front 242 den letzten Auftritt des Tages inne, und legten in anderthalb Stunden eine großartige Best Of-Show hin.

Sonntag, 13. Juni

Traumtänzer @ Blackfield 2010

Sonntags ging es mit XP8 los. Auf  Sava musste wegen Krankheit leider verzichtet werden, stattdessen sprangen Traumtänzer ein: ohne Zweifel eine talentierte Band mit einer bildhübschen Sängerin :o) , der ich an dieser Stelle mal ganz fest die Daumen drücke, dass sie einem größeren Publikum bekannt werden.
“Wir sind die Band, die nicht auf den Plakaten steht”, stellten sich Tsyke Ludder vor, um dem ordentlich mitstampfenden Publikum anschließend einen Ohrwurm von “Panzer, Panzer, wir reisen mit dem Panzer!” und Konsorten zu verpassen.
Als nächstes stand mit S.P.O.C.K – der Bandname lässt es bereits erahnen – ScienceFiction-Synthie-Pop auf dem Programm. Die schwedische Formation um den sympathischen Sänger Alexander Hofman (der dem Publikum gutgelaunt mit einem Bier zuprostete, die Songs mit viel Mimik und Gestik unterlegte und schließlich mit einer überdimemsionalen Wasserpistole seinen Spaß hatte) sorgte mit ihren Stücken wie Never trust a Klingon, Alien Attack, Electric oder Astrogirl für eine prima Stimmung. :-)
Sono mussten leider entfallen, da die Band in einem Stau feststeckte. Die Veranstalter reagierten jedoch umgehend und so wurden die Spielzeiten der übrigen Künstler vorverlegt und teilweise verlängert, sodass keine Lücke entstand. Weiter ging es also früher als geplant mit [:SITD:], für die ihr Auftritt auf dem Blackfield-Festival quasi ein Heimspiel darstellte.

Oomph! @ Blackfield 2010

Anschließend war es Zeit für Oomph!: für mich einer der Höhepunkte des Tages. Die Fläche vor der Bühne war mittlerweile ebenso dicht gefüllt wie auch die Ränge, und Dero und die Seinen gaben Vollgas: neben Songs vom aktuellen Album (Beim ersten Mal tut’s immer weh, Geborn zu sterben, Wer schön sein will muss leiden, Labyrinth, Revolution, …) gab man auch ältere Stücken wie Sex oder Mitten ins Herz zum Besten. Mit Sex hat keine Macht und Auf Kurs wurden außerdem zwei Stücke exklusiv als Akustikversion gespielt. Gott ist ein Popstar, Niemand, Gekreuzigt, Fieber, Sandmann, Unsere Rettung und das obligatorische Augen auf vervollständigten die Setlist.
Subway To Sally hatten nicht nur jede Menge Musik im Gepäck, sondern verliehen ihrer Show mit Pyroeffekten einmal mehr das gewisse Etwas. Gespielt wurden wahre Klassiker wie Kleid aus Rosen oder die Henkersbraut, alles in allem dürfte bei den Fans wohl kaum ein Songwunsch unerfüllt geblieben sein.
Als letzter Act des Abends hieß es schließlich ‘Bühne frei!’ für Unheilig. Hatte die Formation um den Grafen in letzter Zeit durch ihren kommerziellen Erfolg doch für starke Kontroversen in der Szene gesorgt, so waren heute Abend dennoch (oder gerade deswegen?) zahlreiche Fans mit Unheilig-Shirts erschienen, die das Amphitheater dicht füllten und für die der unheilige Auftritt wohl den Höhepunkt des Festivals darstellte.

Bis zum nächsten Jahr – denn wie bereits verraten wurde, wird es auch ein Blackfield-Festival 2011 geben! :-)

Ein Kommentar

  1. Hendrik

    Tolle Bilder und ein informativer Bericht, da kann man das ganze nochmal Revue passieren lassen. War nämlich echt wieder ein super Festival :-)

    Zum Glück lässt das Amphi nicht mehr lange auf sich warten :P

    OT: Immer wenn ich ein Bild per “Klick ins Bild” schließe, scrollt die komplette Seite nach oben, vielleicht kannst du das ändern, ist ein bisschen unpraktisch :o

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