Blackfield-Festival 2008: Freitag, 4. Juli

verfasst am 12. Juli 2008
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| Rubrik: Konzertberichte

Am vergangenen Wochenende – vom 4. bis zum 6. Juli 2008 – fand in Gelsenkirchen das erste Blackfield-Festival statt.

Die Location mag dem geneigten Festivalgänger nicht ganz unbekannt sein, fand hier doch vor drei Jahren das mittlerweile etablierte Amphi-Festival statt, das seinen Namen übrigens dieser Location verdankt, auch wenn es mittlerweile in Köln stattfindet.

Nachdem uns dieses Festivalwochenende viel Spaß gemacht hat, wünschen wir dem Blackfield, dass ihm ein ähnlich erfolgreicher Werdegang beschert ist. :-)

Das Amphitheater bot dem Festival recht viel Platz – unten befand sich die Bühne, auf drei Seiten eingerahmt von der amphitheater-typischen Treppe, während sich oben ein ausreichend großer Bereich mit den Merch-Ständen anschloss. So konnten die Fans bequem auf den Treppenstufen platznehmen und die Auftritte der einzelnen Bands erleben, während im Hintergrund der Bühne Lastschiffe gemächlich auf dem Rhein-Herne-Kanal vorbeizogen.

Freitag, 4. Juli 2008

In den späten Nachmittagsstunden erreichten wir schließlich Gelsenkirchen und das etwas außerhalb gelegene Amphitheater.
Parkgelegenheiten waren ausreichend vorhanden, verteilt auf zwei Parkplätze, sodass wir das Auto problemlos abstellen konnten.

Los ging es bereits um halb sechs mit den Kölnern von Pink Turns Blue. Frontman Mic Jogwer betrat die Bühne in Begleitung dreier Herren und einer Dame, die den Namen der Band elegant illustrierte, indem sie ein blaues Kleid mit pinkfarbenem Lidschatten kombinierte. Die soliden Post-Punk-Klänge lockten einigermaßen viele Festivalbesucher herbei, wenngleich der Großteil der Anwesenden lieber von den Stufen aus zusah und sich nicht auf den halbkreisförmigen Bereich vor der Bühne begab.

Nach einer guten halben Stunde hieß es denn für Pink Turns Blue, die Bühne freizumachen für die vier Musiker von Stromkern.
Die Beschreibung dieser Band, die ich bis dato noch nicht kannte und deren Bandinfos ich daher im Festivalguide nachlas, ließ mich ein wenig verwundert zurück: von einer Mischung aus „HipHop-Gesang, majestätischen Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert mit der Wucht des Post Industrial-Rock“ war da die Rede. Gespannt ob der Klänge, die da kommen würden, erwartete ich also den Auftritt der Formation aus dem fernen Chicago… und war dann eindeutig positiv überrascht!
Der leider nur für eine Dreiviertelstunde anberaumte Auftritt der vier Herren in ihren stylishen weißen Hemden mit schwarzen Krawatten und ebensolchen Jackets wusste mit all seiner Power und den lauten, energiegeladenen Beats eindeutig zu überzeugen.

Die nun folgende zwanzigminütige Umbauphase nutzen wir, um das Festivalgelände zu erkundigen. Für das leibliche Wohl der Besucher war mit mehreren Ständen ausreichend gesorgt, dazu durften natürlich auch diverse Accessoire- und Bekleidungsangebote nicht fehlen. Viele ausgefallene Outfits galt es anzuschauen – mein persönlicher Favorit des Tages war eindeutig das plüschige Eichhörnchen aus Ice Age, das aus einem an den Gürtel geschnallten Trinkhorn lugte, :-)

Weiter ging es mit norwegischem Elektro der Spitzenklasse made by Icon Of Coil.
Der Platz vor der Bühne hatte sich in der Zwischenzeit deutlich stärker gefüllt mit lauter Elektrojüngern, die den drei Musikern Andy LaPlegua, Sebastian Komor und Christian Lund nach jedem Song enthusiastisch applaudierten. Doch nicht nur die Fans mit ihrem begeisterten Jubel taten etwas für das Wohl der Truppe – Ronan Harris hisself betrat zwischen zwei Songs die Bühne und versorgte die sich verausgabenden Musiker mit Bier. Aus dem Publikum wurde mit 1-Liter-Krügen zugeprostet, und weiter ging die Show mit Stücken wie „Existance in Progress“ oder dem großartigen “Dead Enough For Life”.
Viele Hände, zumeist mit schwarz lackierten Fingernägeln und in der gleichen Farbe bestulpt, reckten sich während der Songs in die Luft.

Während der Umbauphase für den nächsten Act unternahmen wir einen kleinen Ausflug über das Festivalgelände, um zunächst die Toiletten aufzusuchen. Heureka! Keine Dixi-Klos. Sondern richtige Toilettten mit fließendem Wasser, und das auch noch in ausreichender Anzahl! – hierfür ein Danke an die Veranstalter!
Anschließend folgten wir den Schildern mit der Aufschrift „zur Cocktailbar“, die sich jedoch als ein wenig abgelegen und nur mäßig frequentiert erwies.

Schließlich war es denn soweit: Zeit für die Dreadful Shadows.
Sven Friedrich, seines Zeichens bereits bekannt durch seine anderen beiden Projekte Zeraphine und Solar Fake (die es am Samstag zu hören geben würde), gründete diese mittlerweile legendär zu nennende Formation 1993 zusammen mit Jens Riediger, Ron Thiele, Frank Hofer und Stefan Neubauer. In den folgenden sieben Jahren feierte man Erfolg um Erfolg, bis sich die Band im Jahr 2000 jedoch auflöste. Auf dem Amphi-Festival vergangenen Jahres tat man sich dann jedoch endlich wieder für einen Auftritt zusammen – und das hat den Jungs anscheinend so gut gefallen, dass wir sie nun noch einmal erleben durften.
Der wuchtig-melodische Gothic Rock mit Songs wie “True Faith” oder “Chains” kam denn beim Publikum auch wunderbar an (und insbesondere Sven sorgte bei einem Teil der weiblichen Fans für glänzende Augen ;-) ).

Um zehn vor zehn war denn der Moment gekommen, den viele Fans sehnsüchtig erwartet hatten:
als Highlight des Tages betraten Chris Pohl, Constance Rudert und Ulrike Goldengel aka Blutengel die Bühne, natürlich stilvollendet inmitten wallender Nebelschwaden, mit angemessen langsamen Bewegungen sowie weißen Masken vor den Gesichtern. Auch die Bühne selber war im Vornherein mit viel Pomp und gothischem Prunk wie Kerzenständern oder einem schwarzen, mit Totenköpfen besetzten Thron hergerichtet worden. Im Hintergrund gaben zwei Girls etwas zum Besten, was man wohlwollend als tänzerische Einlage hätte bezeichnen können. Passend zu den einzelnen Songs trugen diese mal schwarze Schmetterlinge als Masken vor dem Gesicht, mal schwenkten sie eine Fahne.
Den einschlägigen T-Shirts nach zu urteilen, befanden sich nicht gerade wenige Blutengel-Anhänger(innen) im Publikum, und denen schien die Show auch ausgesprochen gut zu gefallen. Meinereiner war unterdessen vom selbsternannten „Dieter Bohlen der schwarzen Szene“ und den Seinen nicht allzu begeistert, sodass ich einen gemütlichen Bummel über das Gelände vorzog und – passend zur Musik ;-) – unter anderem dem Merch-Stand von „Böser Wohnen“ einen Besuch abstattete.

So neigte sich der erste Tag des Blackfield-Festivals allmählich seinem Ende entgegen – wer wollte, konnte in der nahegelegenen Matrix in Bochum noch weiterfeiern oder der Aftershowparty auf dem Festivalgelände beiwohnen.

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