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Konzertberichte

Bericht: Hell Nights in Köln – Bier, Blut und Horrorpunk an Halloween

Manchmal gibt es sie doch noch, diese magischen Abende. Das sind meistens die ganz spontan geplanten, von denen man vielleicht frühestens 2 Tage vorher hört, oder noch besser, am Morgen des Veranstaltungstages. Ich stellte mich auf ein, wie üblich, langweiliges Halloween ein, als mich eine SMS erreichte: “Bist du heute Abend bei den Hell Nights? Da spielen The Other und Specimen!”. Und ich saß senkrecht im Bett und freute mir ein zweites Loch in den Hintern. Ein Blick auf die Uhr, mich schnell zum Zombie zurechtmachen, und los gings auf die lange Fahrt nach Köln, ins Underground, um Halloween angemessen bei Bier, Blut und Horrorpunk zu feiern.

Location war der Underground in Köln, das Line-Up war besetzt mit Death of a Demon, den Bloodsucking Zombies from Outer Space, The Other und den legendären Specimen. An der Abendkasse kostete das Konzert sehr zivile 19 Euro (für den Vorverkauf war ich viel zu spät dran) und die Bierpreise waren zivil und Massen an Untoten um mich herum – Wie sollte man Halloween besser zelebrieren? Nun, gute Frage. Und los gings in den Spaß.

Der wurde von Death of a Demon eröffenet. Die kannte irgendwie keine Sau, aber sie machten sich im Vorprogramm dreier etablierter Bands alles andere als schlecht: Sehr metallastiger Hardcore-Horrorpunk wurde geboten. Ich komme weder auf Metal noch auf Hardcore sonderlich gut klar, aber ich erkenne auf jeden Fall Potential bei den Jungs. Trotzdem ging ich nach einer gewissen Zeit raus: Einem feinsinnigen Gothpunk wie mir war der Sound etwas zu grobschlächtig.

Aber nun schnell draußen aufgeraucht, denn die Bloodsucking Zombies From Outer Space spielten auf zum Monster Mutant Boogie. Zwar tanzten die anwesenden Monster und Mutanten keinen Boogie, sondern pogten durch die Halle und hinterließen Schutt, Asche und geprellte Rippen. Die sympathischen, knuddlig aussehenden Zombies (mit kultigem, pinken Batman-Backdrop) bewiesen, dass sie fähig sind, ein Publikum mit starken Songs und toller Performance zu fesseln. Stehdrummer und Sänger Dead Gein, die Gitarristen Mr. Evilize und Reverend Bloodbath und Kontrabassist Dr. Schreck boten ein Show galore, voller Blut, Unterhaltung und Halloween. Herrlich – Und sicher noch mehrere Shows wert.

Niemand geringeres als The Other, die wohl derzeit beste Horrorpunk-Band Europas, setzten der energiegeladenen Show der Zombies noch die Krone auf: Ihr schwer Misfits-beeinflusster Horrorpunk der ursprünglichen und brachialen Sorte. Romantisch wie ein Panzer und einfühlsam wie eine Autobahn schrotete sich die arschtight eingespielte Band durch ein formidables Set mit vielen Highlights, viel Blut, Horror und Humor: Der kommt bei einer The Other-Show garantiert nicht zu kurz. In diesem Sinne: Wir sind Monsterbreit!

Die große Unbekannte im Line-Up waren Specimen. Die Batcave-Legende, die sich jüngst im Original-Line-Up wieder zusammengefunden hat, war definitiv die unbekannteste Band der diesjährigen Hell Nights. Das ändert jedoch nichts an ihrem Legendenstatus und ihrer Qualität: Jonny Slut sah neben der Spur aus, wie immer, Jon Klein bediente seine Gitarre grobschlächtig genug, um den räudigen Spirit von Songs wie Kiss Kiss Bang Bang oder Stand Up Speak Out einzufangen und Sänger Olli Wisdom ist unbestritten ein Blickfang am Mikrophon – Mit ihren Songs kann die Band definitiv nichts falschmachen und sie lieferte die Show ab, die ich erwartete: Großartig eingespielt und in Topform präsentierte man vom Publikum wenig gewürdigte Klassiker. Bei The Other war es definitiv voller und das Publikum war irgendwie auch älter, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch. Genug kriegen konnte ich von der Band jedenfalls nicht.

Ich konstatiere: Die besten Abende sind spontan, und die Hell Nights war definitiv eines der denkwürdigsten Halloweenevents, das ich besucht habe. Das Line-Up war gut und bestand im Prinzip nur aus Highlights, die Besucher waren lustig, der Alkohol recht günstig und an Bier und Blut wurde hier wahrlich nicht gesperrt. Ein großes Lob an die Organisation – So etwas sollte es öfter geben! Ich freu mich jedenfalls auf 2010 und werde definitiv wieder mit von der Partie sein.

P.S.: Wer übrigens Fotos senden möchte, um den Bericht farbig zu machen, der melde sich bitte. Wir danken!

Hell Nights Homepage

Death of a Demon

Bloodsucking Zombies from outer Space

The Other

Specimen

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