Bericht: Apoptygma Berzerk am 12.11.09 im Pulp, Duisburg

Rocket Science, der Titel des letzten veröffentlichten Apoptygma Berzerk-Albums, entstammt einer englischen Redenwendung. “This ain’t rocket science” heißt übersetzt ins Ruhrpöttische “Datt krichste hin”. Einen denkwürdigen Abend, wie an jenem 12. November 2009 hinzuzaubern, ist allerdings nicht so einfach. Vielleicht nicht Rocket Science, aber einen konzertverwöhnten Redakteur zu bezaubern, ist nicht schwer. Verzaubert war ich allerdings schon vor dem Konzert – Darum ging ich schon mit einem tollen Gefühl in den Abend hinein.

Der von Bitune eröffnet wurde. Die immerhin schon seit 13 Jahren existierenden Alternative Rocker, die mit einem neuen Album im Gepäck unterwegs waren, machten mit ihren Songs bereits Spaß. Soviel falsch machen kann man mit gutem Alternative Rock aber auch nicht. Egal, wie modern: Bei den Eschwegern standen, ähem, offenhörig Staind und Konsorten Pate. Spaß machte die Kiste alle Male. Dynamik gabs genug, die Band verrannte sich nicht in zu stadiontaugliche Refrains, und das Publikum war schon mal warm für Apoptygma Berzerk. Vor allem, als das Green Queen-Riff angespielt wurde. Den Applaus verdiente sich die Band jedenfalls ehrlich.

Dann kam es – imaginärer Trommelwirbel an -, das große, – imaginäre Fanfaren an – auf das alle warteten. Apoptymgma Berzerk betraten die Bühne. Gar nicht mal mehr so imaginäre Synthesizer an. Mit gänzlich neu formierter Truppe betrat Stephan Groth die Bühne und ließ es gleich dunkel werden. Eclipse versetzte das pickepackevolle in etwas mehr imaginäre Tanzlaune – Viel Platz war nicht. Egal, Eclipse ist ein Song, mit dem man nicht viel falsch machen kann. Ebensowenig wie mit In This Together, Non-Stop Violence, Love Never Dies (mit geilen Carl Orff-Samples), Green Queen, Apollo (Live on your TV), Shine On und wie sie alle heißen.

Die Rampensau Stephan Groth hatte das Publikum jedenfalls zu jeder Zeit im Griff – Und in einem formidablen Best-Of-Set  sowieso nicht. Eine Band wie Apoptygma Berzerk, die seit jeher Hits liefert, nach denen sich andere die Finger lecken, ist dann live das, was man gemeinhin als “saugeil” bezeichnet. Nee, wat is dat schön. Aber richtig schön – Und nicht eben geil – wurde es dann mit einem wunderbaren Cover von New Orders Hit Bizarre Love Triangle. Die sehr klavierlastige Version machte richtig Spaß.

Negativ anzumerken ist der etwas zu basslastige Sound – Von dem konnte einem durchaus schlecht werden. Wenn so etwas jedoch der einzige Kritikpunkt ist, hat man von Seiten der Band alles Richtig gemacht. Eine top eingespielte Band, ein kurzweiliges Konzert, das gerne hätte länger dauern dürfen – Jedenfalls, und ich werde nicht aufhören, das zu bemängeln, sind die Konzertzeiten im Pulp unter aller Kanone. Um 7 anzufangen und um 10 aufzuhören, ist nicht Rock’n'Roll. Macht man aber nichts – Lief auch so sehr gut. Sieht man gerne wieder.

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