Anathema – Melancholie macht Spaß!

verfasst am 22. Oktober 2010
von
| Rubrik: Konzertberichte

Voller Vorfreude kamen wir im neu eröffneten Substage an. Der Umzug aus Karlsruhe Mitte ins Industriegebiet hat dem Substage keinen Minuspunkt verschafft. Die Zeiten der niedrigen Decken und stickiger Luft sind nun endlich vorbei, wobei dies auch ein besonderes Ambiente hatteJ

Nun gibt es Platz und Raum für viele Besucher, sogar eine Empore beglückt vor allem die „kleineren“ Zuschauer.

Soweit so gut zur neuen Halle…nun zur Hauptsache – der Musik.

Ca. 20 Uhr 45 kam der Gitarrist von Anathema  Daniel Cavanagh auf die Bühne und sagte den ersten Künstler des Abends an – Petter Carlsen. Daniel lobte Petter sehr und man verspürte, dass er selbst ein großer Fan des Norwegers ist. Allein- nur mit Gitarre, kam der junge Mann auf die Bühne und verzauberte mit seinen gefühlvollen Songs  im Handumdrehen die Zuschauer. Petter präsentierte auch seine neue Single „Spirits in Need“. Daniel Cavanagh begleitete den Norweger bei den letzten beiden Songs auf dem Keyboard und die Halle bedankte sich mit einem dicken Applaus bei den beiden. Ein gelungener Einstieg in den Abend.

Nun wurden die Töne aber etwas lauter…Nach einer weiteren Ansage durch Daniel Cavanagh betraten Long Distance Calling die Bühne. Die deutschen Postrocker gaben mächtig Gas und heizten den Zuschauern ordentlich ein. Wie auch in vergangenen Shows der Münsteraner  wurde der Gesang bei den Zuhörern nicht vermisst und so klatschten die Leute eifrig Beifall, bangten und gaben sich voll der Musik hin. Long Distance Calling präsentierten sich sehr abwechslungsreich und voller Dynamik. Mitreißende Gitarrenparts auf der einen Seite, tragende und melancholische Melodien auf der anderen Seite – was will man mehr? Ein neues Lied! Das gab es außerdem dazu. Die neue Platte wird bald das Licht der Welt erblicken und einen kleinen Vorgeschmack konnte man durch das neue Lied durchaus bekommen. Die Jungs strahlten eine tolle Spielfreude aus und waren auch von der positiven Stimmung des Publikums angetan. Leider konnte die Band  keine Zugabe spielen, da es die Zeit nicht erlaubte. Das Licht ließ leider alle Fotografenwünsche offen. Man konnte diese energiegeladene Show aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse  kaum einfangen.

Nach dem alle Umbauten auf der Bühne vollendet waren, wurden die Lichter gedämpft und Anathema enterten untermalt mit lautem Applaus des Publikums die Bühne. Sie kündigten an, den ersten Teil des Konzertes mit alten Songs zu füllen und danach das komplette neue Album „We´re here because we´re here“ zu spielen. Das gefiel dem Publikum sehr! Anathema legten mit den ersten vier  Liedern des „Judgement“ Albums los. „Deep“ , „Pitiless“, „Forgotten Hopes“ und „Destiny is dead“ spielten die Briten sauber, briliant und einfach berauschend. Das Publikum war gefangen und fasziniert von der tollen Liveshow. Weiter ging es mit den bezauberden Liedern „Balance“ und „Closer“ vom Album „Natural Disaster“ . Gänsehautmomente inclusive. Anathema bestechen durch die Fähigkeit melancholische Melodien und Dramatik zu transportieren ohne langweilig und eintönig zu klingen. Melancholie macht Spaß! J „Lost Control“ und „Empty“ vom Knalleralbum „Alternative 4“ lassen uns nicht in die ewige Verdammnis hüpfen, sondern muntern auf. So komisch wie das auch klingen mag – Anathema schaffen so etwas!

Und nochmal gabs ein Ohrwurm vom „Judgement“ Album – „One last goodbye“ . Tschüß sagten die Briten aber noch lange nicht und somit ging es Knall auf Fall weiter mit dem Hit „Flying“ aus dem Album „Natural Disaster“.

Vor allem der Hingucker Frontmann Vincent Gavangh feuerte das Publikum oft  an, hüpfte / lachte und poste – machte Ansagen und wirkte dabei keineswegs gekünstelt. Anathema legen immer eine außergewöhnliche Natürlichkeit an den Tag.

Was nun folgte –  das komplette Album „We´re here because we´re here“. Natürlich startete dieser Teil des Abends mit dem temporeichen Stück „Thin Air“ und endete mit dem instrumentalen Song „Hindsight“.  Zudem beglückte  nun auch Lee Douglas mit ihrer bezaubernden Stimme das Publikum.

Nach dieser atemberaubenden Show gab es , wie nicht anders zu erwarten, Zugaben…was durfte auf keinen Fall fehlen? Natürlich – „Fragile Dreams“! Der Allzeit-Kracher schlechthin… Von uns aus hätte der Abend nicht enden sollen! Außer wieder einmal das Licht! Es war der Stimmung angepasst aber einfach unterirdisch! Also sorry, aber es gibt dieses Mal keine Bilder! L

Aber –  Anathema – gerne wieder – immer und überall!

Danke für den Abend!

mehr über... , , ,

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann freuen wir uns, wenn du ihn teilst! :-)

Noch gibt es keine Kommentare.

Was denkst du darüber?





abonniere diesen Artikel, ohne einen Kommentar zu schreiben