Tausende düstere Gestalten und strahlender Sonnenschein. So kann man das Pfingstwochenende gut beschreiben.
Sonnig und warm, keine Spur von Regenwolken – das Wetter beim 21. Wave-Gotik-Treffen in Leipzig war wirklich durchgängig perfekt. Ganz im Gegensatz zu meiner Anreise mit der Bahn. Ich saß keine zwei Minuten im ICE, schon kam eine Durchsage, dass der Zug mit 10-15 Minuten Verspätung ankommen wird. War bestimmt ein Witz von der Bahn. Denn nach geschlagenen 35 Minuten Verspätung verpasste ich natürlich auch den Anschlusszug inklusive einiger Termine am Freitag Abend.
Da das mein allererstes WGT war, fragte ich natürlich erstmal am Hauptbahnhof “Wo gehts denn hier zur Agra?”. Die Wegbeschreibung “Einfach den schwarzen Leuten folgen!” war so genial wie abgedroschen, funktionierte aber super. Und so kam ich wenigstens noch pünktlich zum Konzert von Stahlmann an. Meine schlechte Laune wegen der Bahn war sofort verflogen.
Doch dann galt es eine Entscheidung zu fällen: Welches Konzert als nächstes? Da die Locations in der ganzen Stadt verteilt sind und ich leider meinen Beamer zuhause vergessen hatte, fuhr ich wieder mit der Tram zurück in Richtung Werk II. Ich hatte mich schon so sehr auf Henke gefreut, als ich den Schock meines Lebens erlebte: Nach 15 Fotos war der Sucher schwarz, das Display zeigte ERR an. Vermutlich ein Kontaktfehler am Objektiv. Glücklicherweise funktionierte die Technik nach verzweifelten vier Minuten wieder! Von “Weil ich es kann”, “Nichts bleibt wie es war” und “Himmelgrau” habe ich leider nicht viel mitbekommen, dafür konnte ich wenigstens noch die restlichen Lieder genießen.
Anschließend ging es wieder so schnell wie möglich zurück zur Agra. Eisbrecher ist eine Band, die man auf keinen Fall verpassen darf. Apropos verpassen: Schon am ersten Tag bestätigte sich meine Befürchtung, dass ich nicht mal ansatzweise alles sehen und hören werde, was ich mir vorgenommen hatte.
Am Samstag spazierte ich nachmittags mit Freunden durch den Park zur Parkbühne. (Memo an mich: Für das viktorianische Picknick nächstes Jahr unbedingt viel Zeit einplanen!) Hier spielten zunächst die Jungs von Dope Stars Inc. und anschließend Dreadful Shadows. Wirklich viel Zeit blieb mir an dieser Stelle natürlich auch wieder nicht, denn im Anschluss wollte ich ja zurück zur Agra wegen Combichrist. Laut dem amüsanten Festival-Check auf Pro7 (taff, 29.5.2012) sind Combichrist übrigens die Stars der Gothic-Szene. 
Der Sonntag begann für mich mit schmerzhaften Schritten (nächstes Jahr zieh ich Wanderschuhe an) wieder in Richtung Agra. Im Vorfeld hatten sich ja bereits einige Leute in gewissen sozialen Netzwerken darüber aufgeregt, dass die Band Schwarzer Engel überhaupt nicht ins WGT-Programm passe und nichts mit Gothic zu tun hat, etc.
Darum dachte ich mir: jetzt erst recht, das Konzert seh ich mir auf jeden Fall an! Und ich war positiv überrascht, die Musik gefällt mir sehr gut!
Danach machte ich noch ein paar Fotos von A Life Divided und schaute ganz kurz bei der Autogrammstunde von Dr. Mark Benecke vorbei, wo plötzlich Alexx neben mir stand. Die beiden drückten mir ihre Handys in die Hand für ein paar Schnappschüsse mit Besuchern.
Jetzt aber schnell zu Werk II! Denn wer Nachtmahr sehen wollte, musste wirklich sehr früh dort sein. Ich wusste ja, dass es voll werden würde, aber als ich beim Rückweg zur Agra die Schlange gesehen hatte, war selbst ich erstaunt: Die Leute standen bis zur Tram-Haltestelle!
Mein musikalisches Highlight an diesem Abend waren Mono Inc., deren Setlist von Fans via Abstimmung zusammengestellt wurde. Na gut, das neue Lied “After The War” durfte natürlich nicht fehlen.
Danach klang der Abend mit Peter Heppner deutlich ruhiger als am Vortag aus.
Den letzten Tag des 21. WGT hatte ich mit Schwermetall im Felsenkeller geplant. Doch wer kennt den Spruch nicht: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt…
Genau so war es bei Coronatus, als der Bassist plötzlich nicht mehr auf der Bühne zu sehen war und stattdessen mitten im Publikum headbangte… äh natürlich Bass spielte.
Und dann fiel mir ein, dass ich noch Grüße in der Agra-Halle ausrichten muss! Denn dort wartete ja Kaffee auf mich beim Stand von Cultura Obscura. Also wieder zurück zur Agra. Kaffee gab es leider keinen, aber dafür wurde ich genial überrascht! Vielen Dank nochmal an dieser Stelle!
Zum Abschluss gab es noch Agonoize auf die Ohren und für viele Besucher eine Kunstblutdusche.
Völlig K.O. nach vier tollen Tagen Festival weiß ich nun endlich, warum alle beim WGT von einem besonderen Flair sprechen. Und eins steht jetzt schon fest: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei!








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