Zitadelle – Berlin-Spandau

verfasst am 3. Mai 2009
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| Rubrik: düstere Locations

Wer schon einmal beim Zita-Rock-Festival dabei war, dem ist die Location ein Begriff: die Rede ist von der Zitadelle in Berlin-Spandau.

Zitadelle in Berlin-Spandau

Die Anlage mit ihrer charakteristischen quadratischen Grundfläche, die ungefähr 200 auf 200 Meter misst, und den Bastionen an den Ecken stammt aus dem 16. Jahrhundert und stellt eine der besterhaltensten Renaissancefestungen Europas dar.
Umgeben ist sie ringsum von der Havel, sodass man die Zitadelle über eine Zugbrücke betritt.

Zitadelle in Berlin-Spandau

Errichtet wurde die Zitadelle auf geschichtsträchtigem Grund: an einer Stelle, wo wohl schon um 1050 eine slawische Befestigungsanlage ihren Platz hatte. Von deren Mauer aus Holz und Erde fanden Archäologen einige Überreste.
Da die bisherigen Burganlagen den neu entwickelten Waffen praktisch nichts entgegenzusetzen hatten, ließ denn Kurfürst Joachim II. zwischen 1559 und 1594 eine Festung nach „neu-italienischer Manier“ errichten. Dabei wurden der aus dem 13. Jahrhundert stammende, stolze dreißig Meter hohe Juliusturm mit seinen mit zu 3 Meter 60 dicken Mauern sowie der Palas aus dem 15. Jahrhundert in die Konstruktion miteinbezogen.

Zitadelle in Berlin-Spandau

Nachdem die Anlage 1813 durch die preußische Artillerie teilweise zerstört wurde, folgte im Jahr 1839 eine Umgestaltung im klassizistischen Stil. Im Juliusturm wurde dann ab 1871 der aus französischen Reparationszahlungen stammende „Reichskriegsschatz“ aufbewahrt.
Während des Nationalsozialismus erlebte die Zitadelle eine traurige Umfunktion zu den sogenannten Heeresgasschutzlaboratorien. Hier wurden nun unter anderem chemische Kampfstoffe entwickelt.

Um das Jahr 1990 herum wurden schließlich umfassende Restaurierungsarbeiten durchgeführt, und seitdem wird die Anlage ausschließlich zu kulturellen Zwecken genutzt. So findet hier nicht nur das bereits erwähnte Zita-Rock-Festiva statt, sondern auch andere Konzerte und Open Airs, Ritterspiele sowie diverse Kunst- und Geschichtsausstellungen. Das stadtgeschichtle Museum ist hier nun ebenso zu Hause wie rund 10.000 Fledermäuse, die man etwa am Tag des Fledermausfests beobachten kann.

Mehr Infos erhaltet ihr unter www.zitadelle-spandau.de.

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