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Bericht: Höllentanz im Zwischenfall, Bochum am 24.10.2009

Die Alte Dame im Ruhrgebiet, nicht weniger als der traditionsreichste Gothic-Schuppen Deutschlands, ist das legendäre Zwischenfall in Bochum. Immerhin hat der Ort, wo Christian Death (damals noch mit Rozz Williams) ihren ersten Deutschlandauftritt absolvierten, eine lange, lange Geschichte vorzuweisen: Immerhin 25 Jahre dauert diese schon. Eine der dementsprechend mit 5 Jahren jüngeren Parties des Traditionsladens ist der Höllentanz, der jeden 4. Samstag im Monat mit DJ Carsten und DJ Deelukay in der Mainhall, in der quer durch die schwarze Szene gespielt wird – Von Industrial bis Synthpop bis Wave ist alles vertreten, was das Schwarze Herz – und vor allem die Wunschliste, da sehr auf die Wünsche der Besucher geachtet wird – begehrt.

In der Basement legt DJ Mario T Batcave, Neofolk, Horrorpunk und diverse obskure Specials auf. Ebenfalls ein Standardprogramm des Höllentanzes ist ein kostenloses (!) Frühstücksbuffet ab ca. 4:00 morgens mit Kaffee und belegten Brötchen sowie diverse Autogrammstunden, dieses Mal von Minusheart, die den neuen Song Don’t Feed The Cats vom bald erscheinenden Album Disease vorstellten und mit einem Merchandisestand vertreten waren.

Und so, wie das Zwischenfall eigentlich zu jeder Party einen Besuch wert ist, setzte ich mich mit 3 Freunden auch am 24.10. gegen halb 12 in Bewegung, um der Alten Dame einen von meinen relativ häufigen Besuchen abzustatten. Der Höllentanz, die neben der Lost Sounds am häufigsten von mir besuchte Party ist leider, leider aber eine der unterbewertetsten Parties im Ruhrgebiet. Der Andrang ist – wie immer, leider – überschaubar. Das kann man entweder positiv oder negativ sehen, denn einerseits kann viel mehr auf individuelle Wünsche der Besucher eingegangen werden, andererseits ist das ganze eher schwer zu begeistern.

Die Wunschliste, der positive Aspekt des geringen Andrangs, spielt auf der Party eine sehr zentrale Rolle und eigentlich sollte niemand zu kurz kommen, der auf gute, schwarze Musik steht, so auch an diesem Abend nicht – Denn glücklicherweise ist das Zwischenfall auch der Laden, in dem von verkappten Hardstylebands wie X-Rx genervte Tanzwütige am ehesten befriedigt werden. Die relativ geschmackssichere Auswahl in Sachen Electro reicht von Covenant bis NamNamBulu bis Depeche Mode bis Suicide Commando als härtetechnisches Extrem.

Ebenfalls schätzenswert ist die Einbindung vieler Klassiker und teilweise auch recht verquerer und untypischer Musik: Vom absoluten Pflichtprogramm schwarzer Klassiker (Also Sisters, The Cure, Joy Division) gibt es hier auch sogenannte Zweite-Reihe-Klassiker, die vor allem Kenner ansprechen, zu hören: Anne Clark, The Chameleons, Fields of the Nephilim, Pixies, sogar meine Lieblingsband Vendemmian wurde bereits gespielt, die das Programm variabel und nicht totgedudelt erscheinen lassen. Die bunte Durchmischung des Publikums garantiert auf jeden Fall eine Playlist, die kaum einen Geschmack (bis auf schwarz angemalte Hardstyler) unbefriedigt zurücklässt.

All das in der Atmosphäre von 25 Jahren schwarzer Geschichte mit 2 gut eingerichteten Areas mit genügend Sitz- und Stehgelegenheiten, humanen Getränkepreisen, einem Zigarettenautomat und einem großen Cafè, wo man sogar sich in angenehmer Lautstärke unterhalten kann, ist sicher ein gutes Argument, den Höllentanz oder generell das Zwischenfall zu besuchen. Wer dorthingeht, findet Partys, die zwar abseits von Hypes laufen, aber nicht stockkonservativ sind.

Die Playlist ist hier verlinkt. Der Termin ist jeder 4. Samstag im Monat.

Webseite: http://www.hoellentanz.com/

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