Empyrium sind wieder da!

Und ich frage mich, ob das überhaupt viele Menschen in der Szene mitbekommen – oder gemerkt haben, dass sie weg waren – oder dass es sie gab? Empyrium sind ein typischer verborgener Schatz, der weniger Beachtung fand, als es diese fantastische Band verdient hätte.

Kürzlich erschien auf der Doppel-CD “Whom the moon a nightsong sings” – einer Compilation von Prophecy Productions mit Songs von u.a. Nhor, Ulver und Tenhi – ein neuer Song von Empyrium, verbunden mit einer kurzen Pressemitteilung des Labels. Dort äußerte sich Empyrium-Mastermind Markus Stock alias Ulf Theodor Schwadorf:

“Das richtige Gefühl ist wieder da, und es scheint uns der rechte Zeitpunkt dafür zu sein, wieder als Empyrium Songs zu schreiben. Wir sind allerdings nicht in Eile, also sollte man nicht erwarten, dass in den nächsten paar Tagen ein volles Album erscheint. Wir haben jedoch die Geduld und die Zuversicht, aus den neuen Songs etwas Außergewöhnliches und Einzigartiges zu machen. Genauso, wie es bei Empyrium schon immer war….”

The days before the fall heißt das neue Stück, fünfeinhalb Minuten Verheißung, die allen Fans Lust auf mehr machen dürften: düstere Orgelakkorde, getragene Stimmen, Akkustikgitarre, Streicher, und wieder, im Gegensatz zu den letzten beiden Alben, auch E-Gitarren.
Anlass genug für mich als großen Fan der Band, sie hier einmal etwas ausführlicher vorzustellen.

1996 erschien das Debutalbum “A wintersunset” und markierte als Prophecy-CD 001 die Geburtsstunde dieses Labels.

Vieles wirkt unfertig und roh auf diesem Album, die Instrumentierung, der Gesang, besonders die Growls, und doch offenbart sich hier schon das gesamte Potential der Band: tief melancholische Texte, stille Passagen im Wechsel mit wild voranstürmenden Metal-Einlagen, Anklänge von Naturmystik. Auch die Länge der Stücke fällt auf, allein drei Tracks sind länger als 10 Minuten!

Nur ein Jahr später sollte dieser Stil vervollkommnet werden und im Album “Songs of Moors and Misty Fields” seinen Höhepunkt und Empyrium für immer einen Platz in meinem Herzen finden. Dieses Album nimmt den Hörer mit in den tiefsten schwärzesten Abgrund verlorener Liebe und zerbrochener Träume, erzählt von der Sinnlosigkeit menschlichen Strebens im Angesicht der unbarmherzigen Zeit, die alles besiegt. Zerrissen und eingebettet in sanftes Vergessen, lässt man schließlich los, und gleitet erschöpft hinab, der Schmerz vergeht. Und jedesmal, wenn die  letzten Akkorde verklungen sind, reibt man sich verwundert die Augen, dass die Welt um einen herum noch da ist. Was mir dieses Album und seine Lyrics bedeuten, mag man daran ermessen, dass seither das Empyrium-Logo als Tattoo meine Wade ziert, halbmetergroß auf der Motorhaube meines Autos klebt und der komplette Text, auf Folie gedruckt und auf schwarzem Samt aufgebracht, bei mir im Wohnzimmer hängt!

1999 erschien “Where at night the wood grouse plays”, ein rein akustisches Album voll poetischer Texte und zauberhaft verwobener Melodien von Gitarren, Flöten und Harfen. Die Growls verschwanden ganz, hätten auch nicht gepasst zu Geschichten die der Wind erzählt, zu märchenhaften Erzählungen von Hirten und verwunschenen Maiden. Einige Stücke sind komplett instrumental.

Nach diesem Album sollte eine Pause von drei Jahren entstehen, bis 2002 das bisher letzte Album “Weiland” erschien. Schon zur Veröffentlichung kündigte Mastermind Schwadorf an, dies sei das letzte Album von Empyrium, denn alles, was er mit diesem Projekt, diesem Medium Empyrium aussagen könne, sei mit diesem Album gesagt.
“Weiland” ist wiederum ein überwiegend akustisches Album, unterteilt in drei Kapitel, was seitens des Labels zu einer etwas unpraktischen Idee führte: die Limited Edition ist auf drei CDs verteilt, wobei Kapitel Zwei nur einen einzigen Track enthält.

2006 erschien bei Prophecy eine Box mit allen Werken von Empyrium, die außerdem die bis dato unveröffentlichte Demo “…der wie ein Blitz vom Himmel fiel…” enthielt, eine Best Of-CD sowie ein ausführliches Booklet mit Texten und Bandgeschichte. Leider fehlt auch in dieser Box der vollständige Text des Erstlings “A wintersunset”: hier gibt es die  Lyrics von “The franconian woods in winter´s silence”, auf der Erstausgabe den Text von “Autumn grey views” – hat vielleicht jemand die gesamten Lyrics?

Anspieltipps:

  • A wintersunset: Ordain´d to thee (Track 6)
  • Songs of Moors and Misty Fields: Ode to melancholy (Track 4)  – oder am besten gleich das ganze Album ;o)
  • Where at night the wood grouse plays: The shepherd and the maiden ghost (Track 3)
  • Weiland: Fortgang (Track 4)

3 Kommentare

  1. Pingback: Back to Moors and Misty Fields? | Mittelwächter.

  2. Pingback: Empyrium & Dornenreich @ Christuskirche Bochum, 21.1.2012 | BlackLive | Online-GothicMagazin

  3. Pingback: Back to Moors and Misty Fields? | Spatenwacht

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.