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[Rezension] Samsas Traum – 13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum Tod

_samsas_4260063943775Ganz ehrlich, ich schäme mich, dass ich Samsas Traum mal richtig geil fand. Bedenkt man, was Alexander Kaschte seit der Veröffentlichung von a.Ura an Schwachsinn von sich gegeben hat, vom Veganernazi, der selbst mir als Vegetarier übel aufstößt, bis hin zum Black Metal-Quatsch, schäme ich mich ehrlich für mein Samsas Traum-Shirt, gekauft auf der a.Ura-Tour, und vergrabe es im Schrank. Je mehr Interviews man liest und je öfter ich das neue Album höre, desto mehr habe ich das Gefühl, dass das Selbstvertrauen dieses Mannes im Keller sein muss.

Wie sonst kann man es nötig haben, nach der Etablierung als eine Gothic-Band der Extraklasse  seinen Stil radikal zu ändern – Von gutem Goethes Erben-beeinflusstem Gothic zu miesem 08/15-Metal mit Brechreizgarantie – und über die Szene herzuziehen, die einen großgemacht hat? So konsequent, wie Alexander Kaschte seine Fürze gegen den Wind freilässt, ist das fast schon antikommerzieller Mainstream. Und jetzt werden wir alle individuell und tragen die Haare bis zum Arsch und hacken uns mit hässlichen Tattoos zu, wer macht mit?

Achja, die nächstkommerzielle Berufung auf “Untergrund”helden wurde auch erklommen. Nach der Black Metal-Konsensband Burzum um Vollidiot Varg Vikernes werden nun Motörhead, Entombed und Wir sind Helden (!) als musikalische Orientierungspunkte angepriesen. Und wo Heiliges Herz, das mutig unter dem Etikett Black Metal verkauft wurde und nur knapp am Schwachsinn Vikernes’ vorbeischoss, geht 13 Jahre Lang Dagegen – Anti bis zum Tod ganz weit weg von der Klasse der Originale: Motörheads Rock’n'Roll-Faktor wird nicht einmal ansatzweise erreicht, die Texte sind nicht halbso interessant wie bei Wir sind Helden und Entombed sagen mir gar nichts. Youtube zu bemühen ist angesichts dieses Schrotts zuviel des Guten.

Songs wie Mr. Misanthropia, der überaus stumpfe Ich-bin-ach-so-böse-Song des Albums, das ganz merkwürdige und das irgendwie Killerpilzige Allein unter Menschen mag ich irgendwie gar nicht, da diese Songs weder qualitativ hochwertig noch so einzigartig sind, wie Samsas Traum mal waren. Der Rest l_c8ee329084f8414da0e56ad1f1ce3c22-200x300bewegt sich im Bereich des unteren Durchschnitts zwischen den Polen Hardcore, Hardrock und ein bisschen Death Metal. Die angepriesenen Soli sind vorhersehbar, die Songs sind einfach stumpf, stumpf, stumpf. Happy Birthday soll Feierstimmung verbreiten, aber das wird nix, und zwar sehr symptomatisch: Es ist gewollt, aber nicht gekonnt.

Der Grufti in mir fühlt sich gerade enorm verarscht und kanalisiert seine Wut nicht in Ritzen, Herr Kaschte, sondern in dieses Review. So einen Abfall muss ich mir nicht bieten lassen, egal, ob Samsas Traum draufsteht oder nicht. Einzig Barfuß ist hörenswert. Wo sind die Samsas Traum geblieben, die ich so geliebt haben? Es ist einfach nur schade, so schade, dass ich eher Mitleid als Schadenfreude empfinde.

Tracklist

    Lichtbestäubt
    Mr. Misanthropia
    Anges (Will, das Karin zu ihr kommt)
    Happy Birthday
    Afghanistan
    Hallo Christ
    Zuhause
    Allein unter Menschen
    Ich werde da sein
    Peng – Du bist tot
    Der Steine Atem
    Die Dame der Kälte
    Barfuß

Samsas Traum Online

www.myspace.com/samsastraum

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Diskussion

1 Kommentar zu “[Rezension] Samsas Traum – 13 Jahre lang dagegen – Anti bis zum Tod”

  1. Ich stimme Dir uneingeschränkt zu. Wer versucht auf zahlreichen Festivals und Konzerten mit hohem Grufti-Anteil seine “neue Linie” durchzudrücken, verdient entweder zu viel Geld, hat eine verzerrte Wahrnehmung oder ist einfach nur blöde. Das ist jedenfalls mein Resümee für 2 Festivals mit Samsastraum Beteiligung.

    meinte Robert | 27. November 2009, 12:39

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